Am Mittwoch wird Ausrichter der EM 2012 bestimmt
Bewerbertrio mit Handicaps

Die drei Kandidaten um die Europameisterschafts-Endrunde 2012 gehen mit Problemen in das Bewerber-Finale am Mittwoch in Cardiff. Die Entscheidung der Uefa hat nicht nur sportlichen Wert. Es ist zudem eine Entscheidung zwischen Fußball-Entwicklungshilfe für Poln und die Ukraine, Konjunkturlokomotive für Ungarn und Serbien und Medizin für die geschundene italienische Fußball-Seele.

HB DÜSSELDORF. Der große Favorit Italien ist nach dem Manipulationsskandal und den brutalen Fan-Ausschreitungen angeschlagen. Vom Machtkampf in der Ukraine zwischen Präsident Viktor Juschtschenko und Regierungschef Viktor Janukowitsch wird die gemeinsame Kandidatur mit Polen beeinträchtigt. In Kroatien/Ungarn gibt es solche Probleme nicht, dafür könnte das Desinteresse der Magyaren am Fußball zum Handicap werden.

„Grundsätzlich ist es so, dass im Fußball Emotionen eine große Rolle spielen“, sagte der deutsche Uefa-Vizepräsident Gerhard Mayer-Vorfelder. „Das ist eine Chance für jeden Kandidaten, bei der Präsentation noch einmal Punkte zu sammeln.“ Das Bewerbertrio wird am Dienstagnachmittag in der walisischen Hafenstadt noch einmal alle Register ziehen, um die Abstimmung des 14-köpfigen Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union (Uefa) zu beeinflussen. Bei der Vergabe für die Euro 2004 hatte Außenseiter Portugal die Gunst der Stunde genutzt und überraschend das Rennen gemacht. Im kommenden Jahr werden Österreich und die Schweiz EM-Ausrichter sein. Offen ist, ob die Uefa die EM-Endrunde von 16 auf 24 Mannschaften aufstocken wird.

Italien ist zwar der profilierteste Kandidat, bietet zugleich aber auch viel Angriffsfläche. Das Land kann einen reichen Schatz an Organisationserfahrung in die Waagschale werfen. Schon 1968 und 1980 hat Italien die EM-Endrunde ausgerichtet, 1934 und 1990 war es Gastgeber der Weltmeisterschaft. Nach dem WM-Gewinn im vergangenen Jahr ist der „Calcio“ jedoch durch die Manipulationsaffäre um Juventus Turin und die Fan-Krawalle mit dem Tod eines Polizisten Ende Januar in eine Krise geraten.

„Die Euro 2012 ist nicht nur ein Sportereignis“, sagt EM-Organisationspräsident Luca Pancalli deshalb. „Es ist die Möglichkeit, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, die der italienische Fußball heute sucht.“ Die EM wäre für Italien die Chance, die seit der WM 1990 nicht mehr erneuerten Stadien zu modernisieren. Geplant ist, acht Stadien in Rom, Mailand, Bologna, Florenz, Neapel, Palermo, Turin und Genua mit einer Gesamtzuschauerkapazität von mehr als 1,7 Millionen Besuchern für alle 31 Spiele fit für 2012 zu machen.

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