Am Samstag treffen der Hamburger SV und Bayern München aufeinander
Duell der Liga-Urgesteine

HB HAMBURG. Wenn Dietmar Beiersdorfer redet, ist es fast wie ein Wispern. Ruhig und unprätentiös gibt der Sportdirektor des Hamburger SV Statements zu ökonomischen wie sportlichen Belangen. Dabei hätte Beiersdorfer just in diesen Tagen allen Grund gehabt, wie aufgeladen durch die schicken Räumlichkeiten der AOL-Arena zu rasen. Am Samstag findet das Bundesliga-Heimspiel gegen den Spitzenreiter FC Bayern München statt, gleich in der Woche drauf das Rückspiel im Uefa-Cup beim FC Kopenhagen.

Doch weit gefehlt: Beiersdorfers fast ein wenig stoische Art scheint die Marschroute des „neuen“ HSV zu sein. Auf leisen Sohlen wollen die Rothosen nun – nach glänzendem Saisonstart Tabellenzweiter – ganz oben in der Liga angreifen. Der Branchenprimus aus Bayern kommt da gerade recht. „Wir wollen uns an den Besten ausrichten“, sagt Beiersdorfer selbstbewusst, ohne die Bodenhaftung zu verlieren, denn: „Bayern ist ein anderes Maß und gegenüber dem HSV seit 1983 diametral aufgestellt.“

Was der gebürtige Franke, von 1986 bis 1992 selber bei den Hanseaten aktiv, hautnah miterlebte. Denn während der HSV Anfang der Achtziger noch auf Augenhöhe mit den Münchnern war, trennten sich die Wege fortan. Sowohl sportlich als auch wirtschaftlich bildete sich eine tiefe Kluft von Süd nach Nord. 1986/87 konnte an der Elbe zwar noch einmal der Vizemeistertitel und der DFB-Pokalgewinn gefeiert werden, doch das war es dann auch schon mit der hanseatischen Fußball-Herrlichkeit. Während der HSV überwiegend im Mittelfeld dümpelte, phasenweise sogar gegen den Abstieg kämpfte, holte der FC Bayern im Zeitraum zwischen 1985 und 2005 zwölf nationale Titel.

Kaum ein anderer Spieler steht für den Überlebenskampf der damaligen Zeit bei den Rothosen wie Beiersdorfer. Als umsichtiger Abwehrstratege hielt er in einer schwierigen Zeit stets die Stellung. Sein letzter Bärendienst als Spieler war der Wechsel zu Werder Bremen, der dem arg verschuldeten HSV gutes Geld brachte. Nun zieht „Didi“, wie er von Freunden gerufen wird, unaufgeregt im Hintergrund die Fäden und lobt sein Pendant Uli Hoeneß: „Es ist sensationell, was er geleistet hat, die Bayern haben diese Top-Position nicht immer inne gehabt.“ Beiersdorfers Arbeit scheint jetzt ebenfalls erste Früchte zu tragen. Zu offensichtlich ist mittlerweile, dass die meisten Gegner sich nach dem HSV ausrichten – nicht andersherum.

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