Analyse des CL-Finales
Der Anti-Fußball siegt

Chelsea hat die Champions League gewonnen. Selten war ein Triumph im Finale so schmeichelhaft. Zerstörung war einziges Mittel der „Blues“. Und am Ende das pure Glück. Warum die Bayern zu Recht mit dem Fußballgott hadern.
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MünchenDie Briten sind faire Verlierer – aber auch ehrliche Gewinner: Es war ein Journalist von der Insel, der auf der Pressekonferenz Bayerns Trainer Jupp Heynckes fragte, ob er jemals in seiner langen Karriere ein so einseitiges Spiel verloren hatte. Heynckes konnte die Frage nicht bejahen, zeigte sich aber höflich und lobte den Gegner soweit es die Wahrheit zuließ: „Sie spielen so, wie sie das im Moment können. Chelsea hat toll gekämpft.“

Über seine Bayern sagte Heynckes: „Meine Mannschaft hat über weite Strecken ein überragendes Spiel gemacht. Aber wir müssen uns ankreiden, dass wir die Vielzahl der Möglichkeiten nicht genutzt haben und das 1:0 nicht über die Zeit gebracht.“

Man kann dieses aufregende Spiel auf diesen einfachen Nenner bringen. Und es gibt noch eine Reihe von naheliegenden Antworten: Chelsea hatte beim dem 4:3-Sieg im Elfmeterschießen einfach mehr Glück. Die Bayern haben ihre Chancen, allen voran den Elfmeter in der 94. Minute, nicht genutzt. Oder aber das Argument, dass so ein Team eine 1:0-Führung sieben Minuten vor Schluss einfach auch mal über die Zeit bringen muss.

So einfach kann man es sich machen, muss man aber nicht. Warum siegt der hässliche Anti-Fußball, für den die Londoner in diesem Finale standen wie lange keine Top-Mannschaft mehr auf diesem Niveau? Sei es auf Vereinsebene oder bei Europa- oder Weltmeisterschaften.

Die Bayern haben alles gemacht, was man gegen eine solche Taktik tun kann: Sie haben vor allem in der ersten Halbzeit extrem variabel gespielt: Ribery, Robben und Müller haben immer wieder die Positionen getauscht. Das brachte die Londoner Abwehr mächtig durcheinander.

Kommentare zu " Analyse des CL-Finales: Der Anti-Fußball siegt"

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  • Bravo, ihr HandelsblattKommentatoren. Hauptsache gewonnen, chelsea tractors, das Ergebnis zählt, so ähnlich wie beim shareholder value. Das st so eng, so klein. Haltungsnote: manglehaft. Wenn das cool sein soll, gute Nacht. So eine eindimensionale Denk, so flach, so "realistisch" so arm. Die gestrigen "Gewinner" waren keine. Gute Nacht, ich gehe aus dem Frum bevor mir schlecht wird.

  • Wäre ich bei diesem Speil dabei gewesen, wäre Drobda bereits vor der Verlängerung in Behandlung gewesen.

    Es gibt bei Chelsea nun mal einen einzigen Spieler, der treffen kann. Und das ist Drogba.

    Nach den vielen Fouls und absichtlichen Tritten gegen Ribery, hätte ich als Verteidiger der Bayern den Drogba nach dem 1:0 ins Krankenhaus befördert - natürlich alles unabsichtlich. Die rote Karte wäre dann egal gewesen.

  • @ Terminator- Ich stimme Ihnen vollkommen zu. What a scumbag.

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