Angriff auf Champions League: „Endspiel um die Weltherrschaft im Fußball“

Angriff auf Champions League
„Endspiel um die Weltherrschaft im Fußball“

Ein amerikanischer Milliardär lockt die großen Fußballklubs in Europa – mit Geld und Prestige. Ob Barca, Bayern & Co. in den Köder Superliga beißen? Investor Sven Schmidt glaubt das. Denn: „Fußball ist nicht mehr lokal.“

Sven Schmidt, geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger ICS Internet Consumer Services GmbH, berät Technologieunternehmen und investiert in sie. Er sucht hohe Renditen, ist sportbegeistert und kennt England gut. 

Herr Schmidt, ein amerikanischer Investor bastelt an einer europäischen Superliga. Wem schadet das?
Es geht um eine Konkurrenz zur Champions League. Und das ist keine Überraschung.  

Die Champions League ist doch ein großer finanzieller Erfolg, der Wettbewerb schüttet viele Millionen Euro an die Teilnehmer aus.
Die Champions-League-Ausschüttungen sind von 2012 bis 2015 nur um etwa 25 Prozent gestiegen, während die Premier League im gleichen Zeitraum die Einnahmen um über 70 Prozent  gesteigert hat. Erfolg ist immer relativ. Das Geld wird zudem an viele Vereine ausgeschüttet, aber nur etwa zehn Vereine sind die Werttreiber der Champions League. 

Wen meinen Sie?
Einerseits sind das die fünf finanzstarken englischen Vereine Manchester United, Manchester City, FC Arsenal, FC Liverpool und Chelsea. Außerdem der FC Barcelona, Real Madrid, Bayern München, Paris SG und Juventus Turin. Auf diese Klubs konzentriert sich das größte Zuschauerinteresse.

Warum sind diese Klubs mit der Champions League unzufrieden?
Diese Vereine erhalten nur einen Bruchteil der Erlöse des Wettbewerbs und sind wahrscheinlich davon überzeugt, dass man den Wettbewerb noch besser vermarkten könnte. 

Die Verteilung der Gelder in der Champions League hängt damit zusammen, dass die höchsten Ausschüttungen an den sportlichen Erfolg in diesem Wettbewerb geknüpft sind. Das ist doch nur gerecht, oder?
Wenn dem so wäre, wäre das gerecht. Aber zum einen behalten die Uefa und ihre Funktionäre immer mehr Geld selbst ein, und zum anderen wird allein die Teilnahme an der Gruppenphase sehr großzügig honoriert. Änderungen im Modus haben übrigens dazu geführt, dass wieder mehr Vereine aus kleinen Ligen an der Gruppenphase teilnehmen können. 

Die Premier League wird doch sicher gegen eine Superliga sein, und finanziell braucht die Premier League dieses Geld auch gar nicht.
Das Kerngeschäft der Premier League, das hervorragend läuft, wird erstmal nicht tangiert. Im Gegenteil: Mehr Startplätze und noch mehr Geld für englische Vereine in einer neuen Superliga wären vorteilhaft. In einer neuen Superliga hätte die Premier League aufgrund ihrer globalen Attraktivität sicherlich die meisten Startplätze. Und das würde ihre Stellung weiter festigen: Noch mehr Einnahmen finanzieren noch mehr Stars. Die Starken werden noch stärker, so ist das im Plattformgeschäft.

 

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