Angriff des DFB-Teams
Flaute im deutschen Sturm

Zwar gehen alle drei deutschen Tore bei der EM auf das Konto von "Mittelfeldspieler" Podolski, doch die Schwächen im Angriff der DFB-Elf werden immer deutlicher. Sowohl Gomez als auch Klose hinken ihrer Form hinterher. Während sich Klose zu seiner Leistung gegen Kroatien gar nicht erst äußerte, ging sein Sturmpartner hart mit sich ins Gericht.

ASCONA. Vor der EM hatte Bundestrainer Joachim Löw noch vollmundig behauptet, im Angriff die wenigsten Probleme zu haben. Weit gefehlt: Der deutsche Sturm mit Miroslav Klose und Mario Gomez hat sich im bisherigen Verlauf der Europameisterschaft allenfalls als laues Lüftchen entpuppt. Vor allem im Spiel gegen Kroatien waren die beiden Torjäger Totalausfälle und standen klar im Schatten von Lukas Podolski, der momentan aus dem Mittelfeld wesentlich effektiver agiert und bisher alle drei deutschen EM-Tore erzielt hat.

Trotz der unübersehbaren Schwächen im Angriff wollte Löw auch nach dem 1:2 (0:1) gegen Kroatien nur leise Kritik an Klose und Gomez üben. "Es gibt Ansatzpunkte, dass die Spitzen besser zur Geltung kommen. Sie hatten es aber auch schwer gegen die kompakte Defensive der Kroaten. Viele Bälle wurden auch nicht so gespielt", meinte Löw nur und verwies lieber auf die Verdienste des Duos: Klose habe gegen Polen ein Tor von Podolski glänzend vorbereitet, und Gomez habe in der ganzen Saison eine "hohe Torgefährlichkeit" gezeigt.

Dass beide aber derzeit meilenweit von ihrer Form entfernt sind, verschwieg der Bundestrainer lieber. Während sich der 30 Jahre alte Klose zur eigenen Darbietung in seinem 77. Länderspiel (39 Tore) gegen Kroatien nicht äußern wollte, meinte der 23 Jahre alte Gomez wenigstens selbstkritisch: "Ich war schon im ersten Spiel nicht zufrieden mit mir. Und auch die Leistung im zweiten Spiel war nicht begeisternd."

Mit "nicht begeisternd" hat der angeblich von Bayern München und dem FC Barcelona umworbene Jungstar eine indiskutable Leistung nett umschrieben. Gomez war zwar durchaus das Bemühen anzumerken, ihm gelang aber rein gar nichts. Viele Bälle sprangen ihm weit vom Fuß, Torgefahr strahlte er wie Klose überhaupt nicht aus. Bindung zum Spiel? Fehlanzeige!

Während man bei Gomez immerhin als Entschuldigung anführen könnte, dass es für ihn das erste Turnier ist, kann sich Klose darauf nicht hinausreden. Für den Angreifer von Bayern München ist es bereits das vierte Turnier, zuletzt bei der WM 2006 war er sogar als Torschützenkönig groß gefeiert worden. Doch bei der EM-Endrunde in der Schweiz ist Klose wie schon in der Rückrunde beim FC Bayern ein Schatten seiner selbst. Offensichtlich ohne Selbstvertrauen schleicht der Stürmer derzeit über den Platz.

Problematisch ist zudem, dass Klose und Gomez aktuell nicht harmonieren, auch wenn sie "dies können", wie Löw anmerkte. Deshalb könnte es gut möglich sein, dass der Bundestrainer am Montag gegen Österreich Gomez "opfert", um den schon bei der WM 2006 erfolgreichen Sturm mit Klose und Podolski aufzubieten.

Andere Alternativen bleiben dem Bundestrainer kaum: Kevin Kuranyi konnte sich bei seinen beiden Einwechslungen kaum in Szene setzen. Oliver Neuville gilt eher als Joker. Und ein Patrick Helmes wurde kurz vor der EM noch aussortiert.

© SID

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