Anklage gegen Hoeness
„Habe Riesenmist gebaut“

Der Präsident des FC Bayern München muss möglicherweise noch in diesem Sommer mit einer Anklage wegen Steuerhinterziehung rechnen. Ihm droht ein öffentlicher Prozess. Hoeneß zeigt sich zerknirscht.
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MünchenDie Münchner Staatsanwaltschaft will offenbar noch in diesem Sommer Anklage gegen Uli Hoeneß erheben. Das berichtet die „Bild“. Der Präsident des FC Bayern München soll Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben. Werde die Anklage zugelassen, müsse sich Hoeneß einem öffentlichen Prozess stellen, heißt es in dem Bericht. Mutmaßlich würde dieser vor der 5. Wirtschafts- und Steuerstrafkammer des Landgerichts München II stattfinden.

Der Vorsitzende Richter soll laut Bericht Rupert Heindl sein. Er soll kein Fan von Absprachen zwischen Anwälten und Staatsanwaltschaft sein. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat diese Nachricht nicht bestätigt. Der Sprecher wird in dem Text mit den Worten zitiert, dass man weiterhin keine Angaben zum Gang des Verfahrens mache. Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich sagte am Dienstag in München: „Die Ermittlungen dauern an.“ Im April waren die Ermittlungen der Münchner Staatsanwälte gegen Hoeneß wegen Steuerhinterziehung öffentlich bekanntgeworden. Der Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München hatte sich im Januar selbst bei den Finanzbehörden angezeigt.

Im April war bekanntgeworden, dass Hoeneß im Januar mit einer Selbstanzeige die Hinterziehung von Steuern eingeräumt hatte. Er soll die Erträge von Kapitalanlagen in der Schweiz vor dem Fiskus verborgen haben. Berichten zufolge soll er 3,2 Millionen Euro Steuern nachgezahlt haben. Er habe „Riesenmist gebaut, aber ich bin kein schlechter Mensch“, sagte Hoeneß anschließend in einem Interview.

Hoeneß war zuletzt bei der Vorstellung von Pep Guardiola am 24. Juni öffentlich aufgetreten. „Uli hat sich etwas zurückgezogen. Ich finde das klug und richtig. Ich wünsche und hoffe, dass die Geschichte gut für ihn ausgeht“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der „Bild“-Zeitung (Dienstag).

Vom Vorstand des FC Bayern war Hoeneß öffentlich wiederholt der Rücken gestärkt worden, ebenso vom Kontrollgremium. Der Aufsichtsrat hatte am 6. Mai nach Angaben des FC Bayern das Angebot des 61-jährigen Hoeneß abgelehnt, sein Amt als Vorsitzender des neunköpfigen Gremiums ruhen zu lassen, bis die Behörden über seine Selbstanzeige entschieden haben. Der Aufsichtsrat des FC Bayern hatte auch angekündigt, die Angelegenheit weiterhin zu beobachten „und sich bei Vorliegen neuer Erkenntnisse mit dem Thema zu befassen“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Lisa Hegemann
Lisa Hegemann
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

Kommentare zu " Anklage gegen Hoeness: „Habe Riesenmist gebaut“"

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  • 2 Jahre auf Bewährung? Schöner Rechtsstaat, den wir da haben. Die Kleinen hängt man, den Großen schmiert Zucker ums Maul. Na, einen Vorteil hat es, ein Präzedenzfall, der den Steuerhinterziehern die Angst vorm Erwischtwerden nimmt, es gibt keine Gefängnisstrafe dafür...beruft euch stets aufs Hoeneß-Urteil. Selbstanzeige hin oder her, das kann kein Argument mehr sein, eine Gefängnisstrafe zu verhängen. Der Schaden müßte maßgeblich sein, aber wie man an der Drohnen-Affäre des Herrn de Maizière sieht interessiert das nur wenn es in den Kram passt, sonst wird es unter den Teppich gekehrt.

  • also sorry, aber schlimm am Internet ist dass jeder zu allem seinen Kommentar abgeben kann und darf. Wäre Uli dumm und pseudogebildet wäre er nicht Boss vom FCB und einer, oder mehrerer florierenden Firmen - er hätte gar nicht die Kohle um ein paar Millionen zu hinterziehen.... bei anacondafucker ist das anders - wie das pseudo schon sagt....

  • Ein dummer Fußballer, der sich später als pseudogebildet darstellte und zu blöd war sein Schwarzgeld zu verstecken. Nur Idioten glauben an eine Selbstanzeige!

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