Anschlag auf BVB-Bus Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Wer steckt hinter dem Sprengstoff-Anschlag auf den BVB-Bus? Ein Bekennerschreiben deutet offenbar auf einen islamistischen Hintergrund hin. Die Ermittler prüfen aber auch die Authentizität eines zweiten Schreibens.
Update: 12.04.2017 - 09:46 Uhr 39 Kommentare

Dortmund – Das sagt der Borussia-Sprecher über Bartras Zustand

Dortmund – Das sagt der Borussia-Sprecher über Bartras Zustand

DortmundNach der Sprengstoff-Attacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen übernommen. Das teilte die oberste Ermittlungsbehörde am Mittwoch mit und kündigte für 14.00 Uhr weitere Informationen an. Die Zeitung „Die Welt“ berichtet zudem, das Bundeskriminalamt (BKA) sei mit Ermittlungen beauftragt worden. Es wird offensichtlich in alle Richtungen ermittelt.

Dabei wird ein islamistischer Hintergrund nicht ausgeschlossen. Nach Informationen von „Süddeutscher Zeitung“, NDR, WDR sowie der Deutschen Presse-Agentur vom Mittwoch wird einem Bekennerschreiben auf den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt und den Einsatz deutscher Tornado-Kampfflugzeuge in Syrien Bezug genommen.

Die Ermittler prüfen aber auch die Authentizität eines zweiten Bekennerschreibens, das möglicherweise aus der antifaschistischen Szene kommt. Nach Informationen der dpa wird in dem am späten Dienstagabend im Internet verbreiteten Schreiben in Antifa-Duktus erklärt, der Bus sei mit eigenes für den Anschlag angefertigten Sprengsätzen als „Symbol für die Politik des BVB“ attackiert worden, die sich nicht genügend gegen Rassisten, Nazis und Rechtspopulisten einsetze.

Am Morgen nach der Sprengstoff-Attacke sichert die Polizei den Tatort mit massiven Kräften ab. An den Zufahrten standen Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen und schusssicheren Westen. Querstehenden Polizeiautos blockierten die Straßen.

Die Polizei geht von einem gezielten Angriff auf den Bus der Dortmunder aus und sprach vom Verdacht auf ein versuchtes Tötungsdelikt. Ein mögliches Bekennerschreiben werde „intensiv“ auf seine Echtheit geprüft, hatte Staatsanwältin Sandra Lücke am Dienstagabend gesagt.

Nach der Attacke gehen die Ermittlungen am Tatort mit Hochdruck weiter. „Die Kollegen sind am Tatort“, sagte ein Sprecher der Polizei Dortmund am Mittwochmorgen. Dabei gehe es um die Spurensuche. Aber auch der BVB-Mannschaftsbus, den Beamte sichergestellt hätten, werde untersucht. Die Ermittlungen der Polizei liefen die Nacht durch. Wie viele Beamte im Einsatz sind, wollte der Sprecher nicht sagen.

Die Polizei teilte am frühen Mittwoch mit, dass neben BVB-Verteidiger Marc Bartra auch ein Beamter durch die drei Explosionen gegen 19.15 Uhr neben dem Mannschaftsbus verletzt worden war. Der Polizist fuhr auf einem Motorrad vor dem Bus, um ihn zum Stadion zu begleiten, wie ein Sprecher sagte. Er habe ein Knalltrauma und einen Schock erlitten und sei nicht dienstfähig.

Trainer Thomas Tuchel und die Vereinsspitze versuchen derweil, das geschockte Team für das Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen den AS Monaco wieder aufzurichten. Das ursprünglich für Dienstag angesetzte Spiel war nach den Attacken kurzfristig abgesagt und auf Mittwoch verlegt worden. Es muss wegen des engen Rahmenterminplans beider Mannschaften unbedingt an diesem Tag stattfinden. Gerade zum Saisonende sind die Spielpläne so eng getaktet, dass es für die Topteams,, die in mehreren Wettbewerben aktiv sind, nur ganz wenige Ausweichtermine gibt.

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39 Kommentare zu "Anschlag auf BVB-Bus: Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Kann man als Deutscher in Österreich Asyl beantragen?

    Weiß das hier jemand?

    Die Österreicher zahlen eine Mindesrente von Euro 1900,- pro Monat!!!

    Oder muss man als Deutscher dann auch einen dieser neuen 0 Euro Jobs für "Wirtschaftsreisende" annehmen?

    Ich bin Deutscher und besitze einen Stattsangehörigkeitsausweis. Bin also ein echter Deutscher und kein "Passgermane".

    Ich habe auch noch nie Merkel gewählt und werde das auch niemals tun.
    Wird das positiv angerechnet?

    Die FPÖ finde ich übrigens Klasse!!!

  • Herr Grutte Pier - 12.04.2017, 12:06 Uhr

    Ich habe kein Problem zu wiederholen:

    "Gewalt löst keine Probleme. Deshalb muss man die Auseinandersetzungen auf friedlichen Weg austragen."

    Niemand hat das Recht Gewalt gegen andere anzuwenden. Nur sind manche Leute auf die linke Auge blind, andere sind auf die rechte Auge blind und einige sind sogar auf beide Augen blind.

    Besser ist wenn man beide Augen aufmacht!

    Und auch mal abwartet bis die Polizei die Arbeit fertig gemacht hat.

    Das wäre dann schon ein Fortschritt.

  • @Herr Piet Vrolijk 12.04.2017, 11:30 Uhr

    leider gehe Sie wieder nicht auf meine Posts ein.

    Es mag sein, dass die Dortmunder, ggf. auch die Mehrzahl der Hooligans anderer Mannschaften, "rechstradikal" ist. Das muss man nicht gut finden und für die Gewalt habe ich absolut kein Verständnis. Das die "führenden Mitglieder" dieser Gruppe entsprechend Kampfsport betreiben, braucht niemand zu wundern. Man wird sich selbstverständlich, auch in diesen Kreisen, entsprechend "vorbereiten". Soll auch bei Türkengangs nicht unüblich sein......

    Trotzdem ist absehbar, dass dieser Anschlag sicherlich keinen "Hooligan-Hintergrund" hatte.

    "Ein Dortmunder Fanbeauftragter, der sich besonders im Kampf gegen Rechts einsetzt, wurde daher schon übel beleidigt und bedroht."

    Aber machen Sie auch Fälle "betroffen", wo Normalbürger von Antifanten oder ähnlichen Linksradikalen ("breite, bunte Bündnisse") belästigt, bedroht, bedrängt, verprügelt werden?
    Wo regelmäßig Autos abgefackelt werden?
    Wo Gastwirte und Hotelbetreiber bedroht werden, weil Sie Personen, die oben gen. Gruppen nicht genehme Meinungen vertreten, Räume zur Verfügung stellen?

  • Das hat man nun davon, weil WIR es verpasst haben, die Terroristen zu integrieren.

  • in unserem Land wird es immer gemütlicher, echt klasse!
    Weiter so

  • Herr Grutte Pier - 12.04.2017, 11:19 Uhr

    Gewalt löst keine Probleme. Deshalb muss man die Auseinandersetzungen auf friedlichen Weg austragen.

    Aber kennen sie Dortmund? Und kennen sie auch "0231 Riot"?
    Viele Hooligans gehören klar in die rechtsradikale Szene. Und da sind in diese Szene auch Leute die können Bomben bauen.

    Schauen Sie mal nach Artikel über diese Gruppe:
    "Führende Mitglieder der Gruppe sind aktive Kämpfer im Bereich der Mixed-Martial-Arts. In einer Dortmunder Arena halten sie sich fit. Berichten zufolge unterhalten sie beste Kontakte zu anderen Hooligans und Kampfsportlern in Polen und Neapel.
    Bei Heimspielen scheuen die Hooligans nicht davor, andere BVB-Fans zu verprügeln, wenn diese auf der Südtribüne nicht erwünscht sind. Auch bei Auswärtsspielen gerieten die Hooligans schon öfter mit anderen Dortmundern aneinander.
    Wie Szene-Kenner „Reviersport“ bestätigen, will die neue Gruppe das Gewaltmonopol der Fanszene an sich reißen und sich gegen den antirassistischen Kurs des BVB wehren. Ein Dortmunder Fanbeauftragter, der sich besonders im Kampf gegen Rechts einsetzt, wurde daher schon übel beleidigt und bedroht.
    (http://www.express.de/24151790 ©2017)

    Man muß schon richtig die Augen aufmachen!

  • @Herr Piet Vrolijk 12.04.2017, 11:00 Uhr

    Selbst im Handelsblatt-Artikel ist angegeben: "Ein Bekennerschreiben deutet offenbar auf einen islamistischen Hintergrund hin."

    Die Sache dürfte somit recht "eindeutig" sein, obwohl man es ja von offizieller Seite inzwischen gewohnt ist, solche Erkenntnisse nur möglichst "dosiert" herauszugeben, damit die Bevölkerung "nicht verunsichert" wird.

    Aber: ähnliche Anschläge von Hindus, Juden usw. sind mir nicht bekannt.
    Kann es also sein, dass es doch hauptsächlich die Anhänger der "Friedensreligion" sind, die hier aktiv sind?

    Zudem verbinden Sie gleich wieder "Hooligan" mit "rechtsradikal".
    Wie ich bereits schrieb, ist es mir recht egal wenn sich diese Typen gegenseitig verprügeln. Von Angriffen auf Normalbürger oder die gegnerische Mannschaft hörte man bisher nichts. Die eigene Mannschaft anzugreifen verbietet sich auch in diesen Kreisen wohl von selbst.
    Dieser Tage war im Handelsblatt ein Artikel bzgl. dem bevorstehenden G20-Treffen in HH. Linke Extremisten treffen sicht dort (ganz offiziell, wahrscheinlich vom Steuerzahler finanziert) zu Vorbereitung von "Aktionen" im Millerntorstadion (St. Paulki)?
    Sind das dann die guten "linksradikalen Hooligans"?

  • Hoppla, waren es jetzt doch islamistische Hooligans.

    Nein, sowas aber auch.
    Un ich habe krampfhaft daran geglaubt, dass es vielleicht nur ein Reifenplatzer war.

  • Herr Grutte Pier - 12.04.2017, 10:50 Uhr
    Hallo, gute Morgen! Natürlich weiss man noch nicht wer die Anschlag wirklich gemacht hat. Es können islamistische Terroristen sein, oder eben auch gewalttätige Hooligans. Oder jemand anders.
    Denn es ist kein Geheimnis das die rechten Hooligans auch gute Kontakte in den rechtsradikalen Kreisen haben.
    Es ist nur lustig zu sehen wie sofort Leute direkt nur in eine Richtung denken.

  • @Herr Piet Vrolijk 12.04.2017, 10:35 Uhr

    Die Hooligans muss man nicht gut finden. Trotzdem prügeln sich diese "Fans" in der Regel "nur" untereinander und es ist mir auch nicht bekannt, dass Hooligans jemals Sprengstoffanttentate auf Busse der gegnerischen Mannschaft verübt hätten.

    Aber im Zuge der allgemein geforderten "Toleranz" und "Buntheit" kann es natürlich sein, dass den Hooligans nun Schlägereien nicht mehr "ausreichen" und man "härtere Gangarten" bevorzugt.

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