Anstoß: Die Bundesliga braucht mehr Weltmeister

Anstoß
Die Bundesliga braucht mehr Weltmeister

Die Bundesliga muss spannender werden. Millionen-Transfers wie der von André Schürrle sind da gute Nachrichten. Denn Teams mit Topsponsoren, wie der VfL Wolfsburg, können dem FC Bayern Paroli bieten. Ein Kommentar.
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DüsseldorfAndré Schürrle kehrt zurück in die Bundesliga. Der Transfer des Vorlagengebers zum Weltmeister-Tor nach Wolfsburg ist zweifellos der spektakulärste Wechsel dieses Winters – und der teuerste: Satte 30 Millionen Euro lassen die Niedersachsen sich dem Vernehmen nach die Verpflichtung des Flügelstürmers kosten.

Eine stolze Summe, an der sich wohl wieder altbekannte Diskussionen entzünden werden über „Traditions-“ und „Plastikklubs“, wobei letztere mit geschenkten Millionen angeblich den Liga-Wettbewerb unterminieren. Gern fallen solche Äußerungen im Zusammenhang mit Klagen darüber, wie spannungsarm die vom FC Bayern München nach Belieben dominierte Bundesliga geworden ist – zurecht.

Ja, der Abstiegskampf ist packend. Ja, die Krise der eigentlich als zweite deutsche Fußballmacht etablierten Borussia aus Dortmund taugt, um in Atem zu halten. Und auch die Duelle um die internationalen Plätze versprechen noch einige Brisanz. Doch es ist nun einmal so: Ein längst entschiedener Meisterschaftskampf nimmt dem Wettbewerb einfach immens an Reiz.

Der FC Bayern macht mittlerweile den dritthöchsten Umsatz aller Fußballklubs in Europa und ist dem Rest der Liga längst um Meilen enteilt, das ist Tatsache. Kein anderes deutsches Team schafft es auch nur unter die Top-Ten der „Geldliga“.

„Geld schießt keine Tore“, könnte hier als alte Weisheit Otto Rehhagels angeführt werden. Doch die wird leider immer noch all zu oft missverstanden: Rehhagel meinte mit der Aussage lediglich die Unmöglichkeit, Geldsäcke auf den Platz zu stellen.

Dass teuer eingekaufte Spitzenspieler sehr wohl Tore schießen, war auch „König Otto“ bewusst. Die Wahrheit ist: Ein Konkurrent für den FC Bayern würde auch finanziell konkurrenzfähig sein müssen.

Der VfL Wolfsburg hat – als 100-prozentige Tochter des Automobilriesen VW mit reichlich Mitteln ausgestattet – für viel Geld neue Spieler gekauft. Knapp 49 Millionen waren es in der letzten, rund 12 Millionen Euro in dieser Saison. Ohne Schürrle, versteht sich.

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