Anstoß – Die Bundesliga-Kolumne
Der fliegende Trainer-Holländer Stevens

Tabellenletzter, kein Sportmanager, keine Perspektive: Es brennt beim VfB Stuttgart. Genau das richtige Arbeitsumfeld für den Fußball-Feuerwehrmann Huub Stevens. Der „Knurrer von Kerkrade“ ist zurück und gewinnt wieder.
  • 0

KölnDie Bundesliga ist eine glatt gebügelte Maschinerie, gesegnet mit exzellenten Trainern. Neben akribischen Matchplanern wie Christian Streich oder charmanten Motivationsmonstern wie Jürgen Klopp ist mit Pep Guardiola sogar das Göttliche in die Bundesliga eingekehrt. Und dennoch klaffte eine Lücke. Es fehlte ein galliger Despot mit Arbeitercharme.

Huub Stevens hat diese Lücke geschlossen. Obwohl der „Knurrer von Kerkrade“ nicht gerade als Gute-Laune-Onkel bekannt ist, kündigte er nach seiner Ankunft in Stuttgart an, „den Spaßfaktor reinbringen“ zu wollen.

Der 4:1-Sieg im baden-württembergischen Derby gegen den SC Freiburg am Freitag beweist: Wirklich Spaß macht seine Art Fußball zu spielen nicht, auch wenn die Stuttgarter teilweise einen sehr ansehnlichen One-Touch-Fußball auf den Rasen zauberten.

Dennoch: Dass erfrischendes Offensivspiel nicht sein Fall ist, zeigte das Derby ebenfalls. Dafür beherrscht Stevens das Feuerlöschen in Reinform. Mit ihm auf der Trainerbank rappelte sich der VfB Stuttgart auf. Nach drei Niederlagen ohne eigenen Treffer klingelte es gleich vier Mal im Freiburger Gebälk.

Bei seiner Rückkehr würfelte der Nachfolger vom Nachfolger sein Team ordentlich durch: In Freiburg begann er im Vergleich zum 0:1 gegen den FC Augsburg mit vier Neuen.

Der mittlerweile 60-jährige Niederländer unterzeichnete noch am vergangenen Dienstag einen Vertrag beim krisengeplagten VfB Stuttgart. Keine 22 Stunden nach Armin Vehs unehrenhaftem Abschied ist er zurück und wieder einmal der Hoffnungsträger eines Tabellenletzten.

In der vergangenen Saison hatte Stevens den damals arg abstiegsbedrohten VfB erst zehn Spieltage vor Saisonschluss übernommen und den Abstieg in letzter Sekunde verhindert. Nun hat er viel mehr Zeit: 22 Spiele bleiben Stevens, um den VfB aus der Gefahrenzone zu führen

Mit einem Paukenschlag meldet sich Stevens in der höchsten deutschen Spielklasse zurück. Er trat auf, wie er immer auftrat, in altgewohnter Manier: Im Jogginganzug. Mit streng zurückgegelten Haaren.

Kommentare zu " Anstoß – Die Bundesliga-Kolumne: Der fliegende Trainer-Holländer Stevens"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%