Anstoß – die Bundesliga-Kolumne
Die Bayern-Jägerlein

Bayern gegen den BVB? Nicht doch. Das eigentliche Spitzenspiel des 10. Bundesliga-Spieltags wird andernorts ausgetragen. Mit zwei Vereinen, die die Über-Bayern stoppen wollen. Sie haben unsere Aufmerksamkeit verdient.
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Eigentlich wird alles wie immer sein: Das Stadion wird ausverkauft sein, die Medienpräsenz enorm und die Erwartungen riesig sein, wenn am Samstagabend der FC Bayern auf Borussia Dortmund trifft. Dieses Duell wird, ob Sie es wollen oder nicht, abermals als Topspiel beworben werden. Und das, obwohl beide Vereine derzeit 14 (!) Plätze trennen. Selten, sehr selten lagen bei den Gästen Anspruch und Wirklichkeit derart himmelweit auseinander.

Beim unverblümten und sachlich-nüchternen Blick auf die Bundesliga-Rangliste fällt jedoch auf, dass sich die Fußball-Freunde vielmehr auf ein anderes Topduell an diesem 10. Spieltag freuen sollten. Allein deshalb, weil die teilnehmenden Teams derzeit die tabellarisch hartnäckigsten Verfolger der Über-Bayern sind.

Beide Teams könnten noch höchstinteressant für die Spannung in der Liga werden: der Tabellenzweite Borussia Mönchengladbach und der Vierte TSG Hoffenheim – zwei Sahne-Exemplare für eine geduldige und langfristige Entwicklung.

Da sind zum einen die Gladbacher: Eine homogene Truppe, der man derzeit einfach gerne zuschaut. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre ist seit nunmehr 16 Pflichtspielen ohne Niederlage. Der Punkt vergangene Woche gegen die Bayern war eine Art Reifeprüfung.

Schon Pep Guardiola hatte die Gladbacher zuvor als „Champions-League-Mannschaft" geadelt. Philipp Lahm meinte: „Wir sind froh, dass wir schon vier Punkte Vorsprung haben. Ich glaube nicht, dass Mönchengladbach noch viele Plätze verlieren wird.“ Und Thomas Müller befand: „Das war ein Auswärtspunkt bei einem direkten Konkurrenten.“ Welch’ Lobhudeleien aus berufenen Weltmeister-Mündern.

Das Remis gegen den Rekordmeister hat das ohnehin große Selbstbewusstsein des Tabellenzweiten noch einmal gesteigert. „Wir sind die zweitbeste Mannschaft in Deutschland“, sagt beispielsweise Christoph Kramer. So spricht nur jemand, der gänzlich von sich und dem Können seiner Mitspieler überzeugt ist. Können sie auch. Gut so.

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