Anstoß – Die Bundesliga-Kolumne
Die Wiedergeburt eines Wunderstürmers

Ciro Immobiles Saison war bisher eine grauenhafte Veranstaltung. Nicht viel gelang dem 18,5-Millionen-Stürmer. Doch gegen Wolfsburg blitzte erstmals seine ganze Klasse auf: Die BVB-Fans erwartet ein Wunderstürmer.
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DüsseldorfNicht mal ein halbes Jahr ist Ciro Immobile nun bei Borussia Dortmund – und galt fast schon wieder als erster Abschusskandidat. Eigentlich sollte der Italiener Dortmunds Sturmikone Robert Lewandowski ersetzen, vor dem Wolfsburg-Spiel traf er in der Liga jedoch nur zwei Mal ins Netz.

Viel zu wenig für einen Stürmer, der für 18,5 Millionen Euro geholt wurde. Doch nicht nur seine Torausbeute machte allen Beteiligten zu schaffen. Auch seine behäbige Spielweise, mit der er kaum Anschluss an den Rest des Teams fand, ließ Böses erahnen. So viele schlechte Leistungen konnten doch kein Zufall sein, nicht wenige in Dortmund dürften schon gedacht haben, sie hätten sich selbst ein Kuckucksei ins Nest gelegt.

Doch dann kam das gestrige Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Ciro Immobile schien wie ausgewechselt, er rannte wie ein Wahnsinniger, fast überall war er anspielbar. Das 1:0 durch Aubameyang bereitete er mit einer schnellen Drehung und Flanke klasse vor, das 2:1 war dann ein purer Akt des Willens: Der 24-Jährige schnappte sich den Ball, rannte los, und hämmerte die Kugel aus über 20 Metern mit dem Vollspann in die linke untere Ecke.

Auch danach ließ er nicht nach, so holte er zum Beispiel mit einer Grätsche an der Torauslinie eine Ecke heraus, kein Meter und Zweikampf schien im zu viel zu sein. Am Ende verspielte der BVB zwar noch den Sieg gegen die Wölfe, bester Mann auf dem Platz aber war: Ciro Immobile. Warum eigentlich nicht gleich so, werden sich viele im picke packe vollen Westfalenstadion gefragt haben. Ja, warum eigentlich nicht?

Ein Hauptgrund dürfte sein, das Ciro Immobile zuvor mit sich selbst am meisten Probleme hatte. Nach seinem raketenhaften Aufstieg in den letzten Jahren schien er selbst von der rasanten Entwicklung seiner Karriere völlig überrumpelt.

Ausgebildet wurde der Mann aus Torre Annunziata in Kampanien bei Juventus Turin. Dort fasste Immobile jedoch nie wirklich Fuß, er wurde jeweils an den AC Siena, den US Grosseto und Delfino Pescara in die zweitklassige Serie B ausgeliehen. Letzteren Verein schoss er in der Saison 2011/12 mit 28 Toren in 34 Saisonspielen zusammen mit Sturmpartner Lorenzo Isigne (heute wieder beim SSC Neapel unter Vertrag) zum Aufstieg in die Serie A.

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