Anstoß - die Fußball-Kolumne
Die WM versaut den Bayern die Saison

Lange Weltmeisterschaft, wenig Urlaub und miserable Vorbereitung: Die Top-Stars der Bundesliga sind geschlaucht. Und die Spitzenteams schwächeln entsprechend. Deshalb ist Paderborn momentan Erster und Bayern nur Vierter.
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DüsseldorfBei aller Freude über den starken Aufsteiger Paderborn als sensationellen Tabellenführer oder den fast genau so überraschend starken Auftritt der Mainzer als Tabellenzweiter darf eines nicht vergessen werden: Die Weltmeisterschaft in Brasilien erweist sich immer mehr als deutlicher Wettbewerbsnachteil der Top-Teams.

Die Mannschaften mit den größten Stars leiden massiv unter der kurzen Sommerpause und der unzureichenden Vorbereitung. Auf der einen Seite hatten die Stars zu wenig Urlaub, auf der anderen Seite kamen sie trotzdem noch zu spät zurück, um wieder ein funktionierendes Mannschaftsspiel einzustudieren.

Bei allem Respekt, aber ein FC Bayern mit Stars wie Lahm, Müller oder Robben hätte bei einer optimalen Vorbereitung mehr als die bisherigen acht Punkte aus vier Spielen auf dem Konto – vor allem beim Blick auf die bisherigen Gegner. Doch die meisten Stars kamen erst spät aus dem Urlaub - und dann oft noch mit Wehwehchen.

Bastian Schweinsteiger hat sich immer noch nicht von seinem Herkules-Auftritt aus dem WM-Finale erholt, als er am Ende wie Freiwild über den Platz getreten wurde. Nach seiner Rotation in Hamburg wurde Pep Guardiola kritisiert, dabei hat er damit schon vieles richtig gemacht: eine englische Woche hat beim Rekordmeister noch nicht jeder Spieler wieder drin.

Auch beim größten Rivalen aus Dortmund sieht es nicht besser aus. Mats Hummels hat noch immer kein Pflichtspiel absolviert, Roman Weidenfeller hatte am ersten Spieltag noch einen derartigen Trainingsrückstand, dass er sich von Mitch Langerak vertreten ließ. Und Marco Reus verletzt sich mittlerweile fast bei jedem Ausflug zur Nationalmannschaft schwer.

Nach der Niederlage gegen Mainz steht der BVB am Mittwoch gegen Stuttgart schon wieder unter Druck, und das kadermäßig auf der letzten Rille. Selbst ein vorzeitiges Comeback von Ilkay Gündogan scheint plötzlich möglich – und fast schon nötig.

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