Anstoß - die Fußball-Kolumne
Rummenigge macht sich lächerlich

Die Einkaufspolitik des Meisters zeigt: Der FC Bayern hat sein Konzept verloren. Um das zu übertünchen, wirft der Boss Kritikern stumpf Rassismus vor. Das ist angesichts bayrischer Traditionen so vorhersehbar und albern.
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MünchenMit seiner Rassismus-Kritik an den deutschen Sport-Medien hat Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge mal wieder ordentlich Staub aufgewirbelt. Im Vorwort des Stadionmagazins zum Heimspiel gegen den VfB Stuttgart sprach er von einer „schäbigen Kampagne“.

Die öffentliche Diskussion um zu viele Spanier beim Rekordmeister stünde in völligem Widerspruch zu Werten wie Respekt, Toleranz und Vielfalt. Starker Tobak, den Rummenigge da auspackt, wenn er die Kritik an der Transferpolitik des FCB mit Rassismus vergleicht.

Die Strategie, die dahinter steckt, ist nicht neu und wenig überraschend: Der Bayern-Boss möchte sich vor Trainer Pep Guardiola stellen, durch die gewollt provokanten Thesen lenkt er die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Kern der Diskussion weg.

Das passiert immer dann, wenn es auch hinter den Kulissen in München rumort – das ist das eherne Gesetz der „Abteilung Attacke“, die mit Uli Hoeneß ihren Vorstopper verloren hat. Rummenigge ist an dessen Stelle getreten, bisher mit ordentlichem Erfolg.

Seine verbalen Auseinandersetzungen mit BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sind so ziemlich das unterhaltsamste, was die Bundesliga abseits des Sports zu bieten hat. Nun hat es Karl-Heinz Rummenigge jedoch zu weit getrieben.

„Es wird Stimmung gemacht gegen unsere spanischen Spieler“, schreibt er da zum Beispiel. Er stellt die Kritik einiger Journalisten als Angriff auf die Vielfalt in Deutschland hin: „Solch einer dumpfen und provinziellen Denkweise muss ein Riegel vorgeschoben werden“.

Kommentare zu " Anstoß - die Fußball-Kolumne: Rummenigge macht sich lächerlich"

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  • Keine Nachwuchsförderung, dafür aber dank praller Kassen, die bedenkenlos von den sogenannten Brot-und-Spiele-Fans gefüllt werden, und von uns als TV-Zuschauern mit Zwangsbeitrag zusätzlich alimentiert.

    Die Kosten der teuren Einkäufe erleben wir, wenn wir ein Fußball-Hemdchen kaufen, das in Asien für 5 € eingekauft wird und bei uns bis zu 80 € kosten kann.

    Für einen Adidas Schuh für 10 € eingekauft, werden 150 € hingeblättert und am Wochenende dürfen wir 90 Minuten langweiligiges spanisches Kurzpass-Spiel bewundern.

    Die besten Spieler sind Ausländer, nicht wenige davon schwarz - wo kommt da das bayrische "Mir san Mir" zum Tragen?
    Für so eine Geldmaschine könnte ich keinen Lokalpatriotismus entwickeln.

    Umso weniger, als an der Spitze des Vereins ein hochgradig krimineller Steuerhinterzieher stand und auch der jetzige Vorsitzende R. seine Luxus-Uhren beim Zoll nicht anmelden mag und dafür rechtskräftig verurteilt wurde.

    Für so eine Organisation möchte ich kein Fan sein.

  • Naja, massenweise Artikel mit dem Tenor "schon der 5. Spanier, wird FCB zur spanischen Kolonie?" in die Welt zu setzen zeugt schon etwas davon, dass zumindest Irritation darüber herrscht, dass es denn so viele spanier sind. Gleichzeitig wurde auch reihenweise süffisant gefragt, ob dies vielleicht mit der Herkunft des Trainer zu tun haben könnte um im nächsten Schritt zu mutmaßen, Guardiola könnte so das Gleichgewicht beim FCB verschieben wollen.
    Dabei würde jede BuLi Mannschaft jeden der spanischen Spieler des FCB haben wollen. Ganz einfach deshalb, weil sie hinsichtlich ihrer Leistung zur Oberklasse gehören. Ich bin sicher, der FCB hätte diese Spieler auch haben wollen, wären sie chinesen gewesen. Dass Guardiola aufgrund seiner Herkunft gerade in diesem Sprachraum gut vernetzt ist und entsprechend Türen öffnen kann und als Spanier auch noch besondere Anziehungskraft auf spanische Topspieler ausübt, dürften angenehme Begleiterscheinungen gewesen sein.
    Jedenfalls kann ich nicht erkennen, dass der FCB zu wenig für den Nachwuchs tun würde. Man hat aktuell 3 Youngsters regelmäßig im Kader und setzt sie auch ein. Ich bin sicher, wenn sich daraus in wenigen Jahren Topspieler entwickeln sollten, wird der gleiche Autor vom DPA 180 Grad anders berichten.

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