Anstoß - die Fußball-Kolumne
So bleibt Di Matteo nicht lange auf Schalke

Zynischer Nichtangriffsfußball passt nicht in den Pott. Die unterirdische Leistung der Schalker beim Revierderby setzt Trainer Di Matteo unter Druck. Seine Entschuldigung zieht nicht.
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HamburgSchluss mit den Zweifeln! Schluss mit dem ewig wackelnden Trainerstuhl! Das waren die Botschaften der Schalker Vereinsführung, als sie im Oktober Jens Keller rauswarf und den Champions-League-Sieger Roberto Di Matteo einstellte. Der 44-Jährige sollte Ruhe in den Verein bringen. Doch nach drei Niederlagen in den vergangenen vier Spielen grüßt das Murmeltier: Die Kritik am Trainer wird mal wieder lauter.

Schuld daran ist nicht nur die Pleite der Königsblauen beim prestigeträchtigen Ruhrderby - sondern die Umstände, wie das 0:3 gegen Dortmund zustande kam. Mit Fußball hatte der Auftritt nichts zu tun. Di Matteo gab seinem Team eine zynische, mut- und kraftlose Taktik vor, die nur zerstören und blockieren sollte.

Schalke war langsam, zweikampfschwach, einfallslos und gab in über 90 Minuten nur drei halbherzige Schüsse in Richtung des Dortmunder Tores ab - ein historisch schlechter Wert in über 40 Jahren Bundesliga-Statistik.

Kein Spiel bestimmt die Psyche der leidenschaftlichen Teams aus dem Ruhrpott so sehr wie das Derby. Und wer den Sieg nicht schafft, der leidet. In der Hinrunde spielte der BVB miserabel und verlor 1:2 auf Schalke. Es war der Beginn der großen Krise, Dortmund verlor die folgenden vier Spiele nach dem Derby. Di Matteo muss nun versuchen, einen derartigen Negativeffekt bei seinem Team zu verhindern.

„Das Team braucht eine Balance“, hatte der Italiener bei seiner ersten Pressekonferenz als neuer Schalke-Trainer verkündet, „es muss defensiv stabil sein, aber auch offensiv etwas anbieten können“. Wenn er sich an diesen Worten messen lassen will, kann er ganz schnell ein Problem kriegen.

Denn wie damals beim FC Chelsea setzt er bisher nur auf die Verteidigung. In fünf seiner bisher 16 Bundesliga-Spiele blieb Schalke ohne Torerfolg, in fünf weiteren Partien gelang jeweils nur ein Treffer.

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Das haben die Fans nicht verdient

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  • Wenn man sich den Konzernabschluss des Jahres 2013 anschaut, sieht selbst ein Blinder mit Krückstock, dass Schalke bei einem negativen EK überschuldet ist. Wenn man sich dann die Leistung einiger Spieler betrachtet, die für viel Geld eingekauft wurden und ein entsprechendes Millionengehalt kassieren, auf dem Platz noch nicht einmal das Niveau der 3. Liga erreichen, wäre es an der Zeit mal zu überlegen, ob man diesen überbezahlten Herrschaften die Verträge nicht verlängert und andererseits versucht, eine positive Transferbilanz zu etablieren. Das braucht Zeit, hat aber auch positive Auswirkungen, s. BVB. Auch hier musste man einen Schuldenberg abtragen. Junge, hungrige Spieler wurden eingebaut und konnten teuer verkauft werden. Die Bilanz dankt es.
    Es an dem Trainer festzumachen halte ich für falsch.

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