Anstoß – die Fußball-Kolumne
Und jetzt, FC Bayern?

In München dürfte vor allem über eines gesprochen werden: Konsequenzen. Auch wenn die Saison als gelungen deklariert wird, im Sommer muss sich etwas tun. Nicht nur in der Aufstellung. Neun Thesen nach dem Halbfinale.
  • 1

DüsseldorfDer FC Bayern ist in dieser Saison deutlich hinter den eigenen Ansprüchen zurückgeblieben. Das wird kurz nach dem Ausscheiden aus der Champions League natürlich nicht so kommuniziert. Zunächst soll dann noch die Meisterschaft gefeiert werden. Doch die Konkurrenz wird sich keine Illusionen machen: Parallel laufen schon die Planungen für die nächste Saison. Die Fehler und Ausfälle der aktuellen Spielzeit kommen da mit Sicherheit auf den Tisch. Und die Frage: was ist faul im Staate Säbener Straße? Einige Lehren aus den vergangenen Partien.

Lieber Alaba als Rafinha
Die Löcher, die Rafinhas bisweilen unergründliche Wege in der Abwehr hinterließen, zeigen: Der Brasilianer kann nicht die A-Lösung eines Titel-Aspiranten der Champions League sein. Er hat immer seine Spiele gemacht, oft war er abgeschrieben. Aber die offenkundige Hilflosigkeit gegen den besten Angriff Europas zeigen Schwächen in Spielverständnis und Umschaltspiel auf. Zudem auch mit zunehmendem Alter unbeherrscht und immer für eine rote Karte gut. Auf links kommt David Alaba wieder. Auf rechts? Der Trend, fähige Außenverteidiger ins zentrale Mittelfeld zu beordern, hat sich bislang bei keinem Team ausgezahlt.

Benatia ist keine Königslösung
Erinnert sich noch jemand an Dante? Der hielt mal souverän die Strafräume der Liga sauber. Aber Guardiola vertraut ihm nicht. Dafür vertraut er Medhi Benatia. Der traf vorn. Und gab zusammen mit Rafinha die Abwehr preis. Gegen Messi, Neymar und Suarez nicht auf Augenhöhe zu sein, ist keine Schande. Wäre man nicht Bestandteil einer Mannschaft, die den Anspruch hat, Weltklasse zu sein. Und dazu braucht es Weltklasse-Spieler. Die patzen auch, siehe Boateng im Hinspiel. Aber die bleiben unter dem Strich Weltklasse.

Die Bayern brauchen mehr Feuerkraft
Das Dramatischste an diesem Halbfinale ist nicht das Endergebnis. Es ist die Differenz in der Effizienz. Die Bayern hatten ihre Chancen, aber niemanden, der sie reinmacht. Barcelona hat ohne den Trainer Guardiola perfektes Konterspiel gezeigt. Und jede Chance gnadenlos genutzt. Das ist Verdienst des überragenden Personals. Auf der anderen Seite strahlten Lewandowski und Müller zwar Torgefahr aus. Aber während Müller vor dem Spiel noch sagte, man werde zwei ganze Chancen und zwei halbe bekommen, war die Verwertung der sich bietenden Möglichkeiten einfach nicht finalwürdig. Trotz dreier Treffer.

Jetzt lasst halt mal den Müller spielen

Müller musste wieder vorzeitig raus. Als bester Feldspieler der Münchener. Von allen Seiten prasselt es auf Guardiola ein: er muss den erfolgreichsten deutschen Torschützen der Champions-League-Historie schlichtweg durchspielen lassen. Tatsächlich ist es nicht nur Aberglaube, Sympathie oder Statistik, die dafür sprechen. Müller ist Führungsspieler, Lautsprecher, besitzt Kampfgeist und ist Bayerns bester Offensivspieler. Wer ihn fit auswechselt, muss sich Fragen gefallen lassen. Oder bei Twitter den Hashtag #FreeMueller.

Kommentare zu " Anstoß – die Fußball-Kolumne: Und jetzt, FC Bayern?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Schaun'n mer mal ob der Markt noch ein paar Spanier im Angebot hat. – Mir san nimma mir ;–(

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%