Anstoß – die Fußballkolumne
Deutsche Kirchenmäuse kicken besser!

In der Krösusklasse Champions League spielen drei deutsche gegen drei englische Teams — und geben eine sehr gute Figur ab. Die finanzielle Kluft zwischen Premier League und Bundesliga schließt sich.
  • 0

Düsseldorf1:0 für Deutschland! Borussia Dortmund dominiert Arsenal London, Bayern München überwältigt Manchester City, Schalke trotzt Chelsea an der Stamford Bridge einen Punkt ab. Es ist außergewöhnlich, dass deutsche Vereine im direkten Vergleich mit englischen Klubs ausnahmslos Erfolge feiern.

Denn in der langen traditionsreichen Europapokal-Historie haben die Inselbewohner viel öfter die Nase vorne: Sieben deutsche Vereine haben den Henkelpott in die Höhe gereckt, englische Teams konnten zwölfmal triumphieren.

Die Spielklasse im Geburtsland des Fußballs gilt für internationale Topstars als Sehnsuchtsort — nicht zuletzt wegen der riesigen Geldsummen, die in der Premier League stecken. Und da können deutsche Vereine normalerweise nicht mithalten.

Dass eine Person alleiniger Besitzer eines Klubs ist, verbieten nämlich die Regularien der deutschen Liga. Dass ein Sponsor einem Klub jährlich 60 Millionen Euro zahlt, wie Chevrolet im Trikotdeal mit Manchester United, dürfte selbst dem deutschen Rekordmeister Bayern München als unerreichbar astronomische Summe erscheinen.

Und doch: Entscheidend is’ auf’m Platz. Das hat dieser Spieltag in der Champions League wieder gezeigt. Der Londoner Stadtteilklub FC Chelsea, in den der russische Milliardär Roman Abramowitsch bereits über eine Milliarde gesteckt hat, hat Federn gegen den Gelsenkirchener Stadtteilklub, den Mitgliederverein Schalke 04, gelassen.

Manchester City, Eigentum von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan und stets hart an oder über der Grenze beim Financial Fairplay, hat gegen die vorbildlich wirtschaftende Bayern AG verloren. Und Arsenal London, laut dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte immerhin schlappe 100 Millionen Euro wertvoller als der BVB, wurde im Ruhrgebiet regelrecht vorgeführt.

Seite 1:

Deutsche Kirchenmäuse kicken besser!

Seite 2:

Eine sportliche Bankrotterklärung

Kommentare zu " Anstoß – die Fußballkolumne: Deutsche Kirchenmäuse kicken besser!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%