Anstoß – die Fußballkolumne
Macht es wie Paderborn!

Wer spielerisch im Fußball nicht mithalten kann, der foult. Oder rennt blind in Konter. Zu viel Leidenschaft schadet jeder Mannschaft. Wer sich beherrschen kann, ist erfolgreicher. So wie der Aufsteiger aus Ostwestfalen.
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DüsseldorfHeiß wie „Frittenfett“. Dieser kaum definierbare Aggregatszustand des menschlichen Gemüts gilt als der Idealzustand des Fußballers. Gras fressen sollen die Profis. Den Platz umpflügen. In der Jugend hieß es: Lauf bis Du, Verzeihung, kotzt. Zwar sind es die fußballerischen Feingeister, die millionenfach Trikots und Werbeverträge verkaufen.

Es sind jedoch die grätschenden, ackernden, mit Pferdelunge versehenen Kampfschweine (Stichwort: Marc Wilmots), die die Herzen der Fans erobern. Sie müssen ran, wenn „Typen“ gefragt sind. Wenn es nicht rund läuft. Wenn irgend etwas anders werden soll. Dann, ja dann wird an die Leidenschaft appelliert.

Rund lief es zuletzt weder beim FC Schalke 04 noch beim VfB Stuttgart. Und erst recht nicht beim Hamburger SV. Der vierte Bundesligaspieltag zeigt: Mit Leidenschaft waren alle dabei. Zählbares erarbeitete sich aber nur der HSV – und das gegen den FC Bayern München. Warum?

In der Pflicht standen alle drei Vereine. Eine Reaktion musste folgen, nicht zuletzt auf die sich ewig wiederholenden Floskeln in Krisensituationen. Alle drei standen vor einem schwierigen Spagat: Mutig und druckvoll, präsent auf dem Platz sollten sie sich zeigen. Aber nicht übermütig, mit Überdruck. Schalke und Stuttgart scheiterten an dieser Aufgabe, und das kläglich.

Die Gelsenkirchener retteten in der Partie gegen Frankfurt zwar durch eine starke kämpferische Leistung und viel Glück ein 2:2 Unentschieden. Doch fehlte Schalke gerade nach dem Ausgleich eins – Kontrolle. Kevin-Prince Boateng und Julian Draxler flogen vom Platz, waren zu heiß auf den Sieg, zu heiß auf das Spiel.

Stuttgart hingegen schien gegen Hoffenheim bis zuletzt nichts überstürzen zu wollen. Und fing sich dabei zwei Tore. Die Leistung wurde nur aufgrund der Selbstbeherrschung der Heimfans nicht mit Pfiffen quittiert. 

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