Anstoß – die Fußballkolumne
Pep und Klopp, hört auf zu jammern!

Der FC Bayern München und Borussia Dortmund beklagen die hohe Auslastung ihrer Spieler. Dabei tanzen die bewusst auf vier Hochzeiten. Und bleiben im Teufelskreis der Ermüdung. Die Proteste werden zur Fundamentalkritik.
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„Wir killen die Spieler“, beklagte sich diese Woche Edel-Coach Guardiola vom Rekordmeister Bayern München, dem mit Abstand erfolgreichstem Klub im deutschen Fußball. Irgendwann müsse man Kader mit 30 oder 35 Spielern führen, schimpfte diese Woche Vollgas-Coach Klopp vom Vizemeister Borussia Dortmund, dem Verein, der mit Abstand der mindestens zweitbeste Klub im deutschen Fußball sein will.

Genau bei diesem Anspruch liegt das Problem. Natürlich ist es ausgerechnet die Fußballelite, die sich über die hohe Belastung der Profis beschwert. Denn mit ihrem Top-Personal können sie davon ausgehen, dass sie neben der Bundesliga auch mehrere Ausscheidungsrunden im DFB-Pokal und in der Champions League überstehen werden. Weite Reisen und Spielansetzungen im Drei-Tage-Takt bleiben da nicht aus.

Die Klubverantwortlichen lechzen nach sportlichem Erfolg. Sie brauchen ihn, um im Teufelskreis der Ermüdung zu verbleiben. Wer früh in den Pokalwettbewerben ausscheidet, der bringt sich um jede Menge Marketing-, Ticket- und Prämieneinnahmen, muss dann womöglich bei den Gehältern sparen und verliert erst die großen Topstars und dann den Anschluss an die europäische Spitzengruppe.

Sicher, beim BVB häufen sich Ermüdungsverletzungen und muskuläre Probleme in fast groteskem Ausmaß. Gewiss, beim Anpfiff des Revierderbys zwischen Schalke und Dortmund am Samstag wird es das fünfte BVB-Spiel in 14 Tagen sein. Doch die enge Taktung ist notwendig, weil die Vereine alles an sportlichem Wettbewerb und Einnahmemöglichkeiten mitnehmen wollen und müssen.

Die englische Woche in der Bundesliga wurde nicht aus launiger Verbundenheit mit den Briten ins Leben gerufen, sondern weil alle Bundesliga-Spiele vor der Winterpause noch irgendwie in den Kalender gequetscht werden müssen – zwischen Champions League, DFB-Pokal und Länderspielen.

Und da kommt der nächste Kritikpunkt: Jürgen Klopp sieht die Uefa als Hauptmissetäter, weil die bei der nächsten Europameisterschaft 24 Länder antreten lassen will. „Das macht keinen wahnsinnig großen Sinn für die Spieler“, bemängelt Klopp.

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  • Ihnen ist im Artikel ein Rechenfehler unterlaufen. Die Topmannschaften haben zwar einen vollen Terminkalender, aber der BVB spielt nicht alle 2.8 Tage eine Partie. Bei 5 Spielen in 14 Tagen spielt die Mannschaft aus mathematischer Sicht an den Tagen 1 / 4,25 / 7,5 / 10,75 / 14, also alle 3.25 Tage. Bitte den Fehler korrigieren.

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