Anstoß – die Fußballkolumne
Pep und Klopp, hört auf zu jammern!

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Ribery lässt lieber die Nationalmannschaft sausen

Ja, das ist wohl richtig, aber so einfach lässt sich der Schwarze Peter an die Nationalmannschaftsebene nicht abgeben. Denn wer mindestens ins Halbfinale von Champions League und DFB-Pokal gelangen will, bestreitet in diesen beiden Wettbewerben schon doppelt so viel Partien wie Länderspiele.

Wer bei den Großen mitspielen will – und das ist seit rund zwei Jahren erklärtes Ziel der Borussen (und schon immer das der Bayern) – akzeptiert die Spielregeln und die Bedingungen des Fußballmarktes. Die Spieler bekommen unanständig hohe Gehälter dafür ausgezahlt, dass sie vor zehntausenden Fans ihre Lieblingssportart ausüben dürfen.

Das sollte die Fußballverbände natürlich nicht ermächtigen, die jungen Körper der Fußballer auszubeuten und über die Belastungsgrenze hinweg auszureizen. Doch wer das verhindern will, äußert damit implizit eine fundamentale Kritik.

Diese würde bei Umsetzung auch mit einer Kürzung von Gehältern, TV-Geldern und Sponsorenleistungen einher gehen. Im Prinzip würde eine Entzerrung des Spielplans nur parallel mit einer erzwungenen Finanzdeckelung und der Verkrüppelung von historisch gewachsenen und professionalisierten Wettbewerben funktionieren.

Die Endrunde der Europameisterschaft 1972 bestand aus sagenhaften zwölf Spielen. Heute klingt das paradiesisch für die geschundenen Körper der Spieler. Doch die würden bei der Rückkehr zum 72er-Format sehr viel weniger Geld kassieren.

Der boomende Milliardenmarkt Fußball-Business würde implodieren. Bayern und Dortmund bedienen einfach nur das Angebot zu einer riesigen internationalen Nachfrage. Die Fans wollen ihre Helden so oft wie möglich spielen sehen, die Sponsoren wollen ihre Banner im Stadion wehen sehen, die übertragenden Fernsehsender wollen ihre Konkurrenten von der Fußballeinschaltquote pulverisiert sehen.

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