Anstoß: Die Wiedergeburt von Werder Bremen

Anstoß
Die Wiedergeburt von Werder Bremen

Vor einigen Monaten agierte Bremen wie ein Abstiegskandidat. Heute spielt das Skripnik-Team begeisternden Offensivfußball. Die Spieler glauben an sich. Und das Team ist für die Zukunft gewappnet. Ein Kommentar.
  • 0

DüsseldorfVier Unentschieden, fünf Niederlagen, Tabellenplatz 18 – nach dem neunten Spieltag der Hinrunde stand Werder Bremen mit dem Rücken zur Wand. Die so erfolgreiche wie prägende Schaaf-Ära, sie wirkte aus der Retrospektive wie ein einziger, schleichender Niedergang.

Der Kader machte einen zusammengewürfelten Eindruck, der über Jahre forcierte finanzielle Engpass schien eine baldige Besserung der Situation auszuschließen. Eljero Elia, einst als Hoffnungsbringer für satte 5,5 Millionen Euro an die Weser gelockt, blieb seine Leistung konstant schuldig.

Erfahrene Akteure wie Kapitän Clemens Fritz oder Sebastian Prödl befanden sich im Leistungstief, und der nach Wolfsburg gewechselte Aaron Hunt, Identifikationsfigur und Leitwolf der vergangenen Jahre, wurde an allen Ecken und Enden vermisst.

Das Schlimmste aber war, dass der Dutt-Elf jegliche Automatismen und jegliches Selbstvertrauen abhanden gekommen waren. Zwar hatte der einstige Hurra-Stil Fans und Trainer nicht nur Freude bereitet, doch die Planlosigkeit und Verunsicherung der Akteure anno 2014 waren ein Stich ins Herz jedes Werder-Fans.

Am 25. Oktober 2014 zog der ins Trudeln geratene Verein die Reißleine: Robin Dutt und sein Trainerstab wurden von ihren Aufgaben freigestellt. Mit den Werderaner-Urgesteinen Victor Skripnik und Co-Trainer Torsten Frings wurden zwei ehemalige, verdiente Spieler mit der Betreuung der A-Mannschaft beauftragt – ein (umstrittenes) Wagnis, das die neu aufgestellte Vereinsführung wenig glaubhaft als Wunschlösung präsentierte.

Nicht einmal vier Monate später hat Werder Bremen einen beispiellosen Aufwärtstrend hinter sich. Die Skripnik-Elf hat im Pokal überwintert, ist die Mannschaft der Rückrunde, hat die letzten fünf Spiele siegreich gestalten können.

Mit 29 Punkten liegen die Grün-Weißen aktuell nur noch drei Zähler hinter Champions-League-Aspirant Bayer Leverkusen, hinter dem zur Europa League berechtigenden sechsten Tabellenrang. Zweifellos werden die nüchternen Werderaner die beeindruckenden Zahlen einzuordnen wissen und etwaige Träume von Europa hintanstellen.

Was jedoch Hoffnung auf nachhaltig bessere Zeiten an der Weser macht, ist die runderneuerte Spielweise der Mannschaft.

Seite 1:

Die Wiedergeburt von Werder Bremen

Seite 2:

Nachwuchs wurde konsequent eingebaut

Kommentare zu " Anstoß: Die Wiedergeburt von Werder Bremen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%