Anstoß: Rettet Bier, Bratwurst und den Rasengeruch!

Anstoß
Rettet Bier, Bratwurst und den Rasengeruch!

Die Bundesliga will sich der Premier League annähern und mehr TV-Gelder einnehmen. Das könnte vielen Fans den Spaß verderben. Die Bundesliga muss erschwinglich und die meisten Spiele am Samstag bleiben. Ein Kommentar.
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DüsseldorfVergangene Woche Mittwoch in England, im viel zitierten Mutterland des Fußballs. Die Premier League gab bekannt, die Erlöse aus den Medienrechten für die Spielzeiten 2016 bis 2019 auf 5,14 Milliarden Pfund Sterling gesteigert zu haben.

Das sind etwa 2,3 Milliarden Euro pro Saison, so viel wie in keiner anderen Fußball-Spielklasse weltweit. Die Bundesliga bringt’s 2016/2017 auf vergleichsweise geringe 835 Millionen Euro. Das hässliche Wort der Neid-Debatte grantelt seither durch die deutschen Medien. Doch braucht es das überhaupt?

Ein beispielhafter Blick nach Spanien genügt, um zu sehen, warum es den hiesigen Fußball-Freunden vor derartigen Verhältnissen graut. Die Primera Division versucht seit Jahren, ähnlich wie die Deutschen, sich dem englischen Vorbild zumindest häppchenweise anzunähern.

Und zerstückelt den Spieltag derart konsequent, dass jedes Liga-Spiel an jedem Wochenende tatsächlich live gesehen werden kann – wer es denn will. Die totale Besudelung beginnt freitags um 20.45 Uhr, gefolgt von Samstag 16 Uhr, 18 Uhr, 20 Uhr, 22 Uhr und Sonntag 12 Uhr, 17 Uhr, 19 Uhr, 21 Uhr. Und zum „krönenden“ Abschluss der Montag um 20.45 Uhr. Zehn (!) verschiedene Anstoßzeiten. ¡Madre mía!

Die sonntäglichen Mittagsspiele haben die Spanier gar eigens für den asiatischen Markt kreiert. Geht es nach Bundesliga-Vereinsbossen wie Rudi Völler, wäre eine derartige Salamisierung der Spieltage auch für die deutsche Eliteliga denkbar.

Auch oder vor allem, um die Erlöse in Fernost zu steigern. Um noch mehr Gelder zu akquirieren. Um noch mehr Stars nach Deutschland locken zu können. Um die Erlöse und Gehälter in noch astronomischere Summen treiben zu können. Doch ist das eigentlich erstrebenswert?

Viele deutsche Fans meinen: Nein. In Deutschland gilt der Samstag um 15.30 Uhr (noch) als heiliges Kulturgut. Bratwurst, Bier und berauschende Stadion-Atmosphäre gibt es (noch) zu erschwinglichen Preisen. Genau deswegen reisen Anhänger zu Tausenden von Hamburg nach München, von Köln nach Berlin, von Bremen nach Stuttgart und sorgen für Zuschauerzahlen, von denen ausländische Ligen träumen. Genau deswegen pilgern sogar Anhänger aus dem Ausland in die hiesigen Arenen. Der emotionale Fußball-Tourismus als Teil der Marke Bundesliga ist in keiner anderen Liga Europas derart ausgeprägt wie in Deutschland.

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Fußball in England ist zu teuer

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  • Fussball kann noch viel besser vermarktet werden! Anstosszeiten wie in England, das ist ok. Aber nur eine Halbzeitpause, das ist schlecht. Vier Viertel a 20 Minuten und schon können 3 längere Werbeblöcke untergebracht werden. Und zusätzlich nach jedem Pfiff des Schiri mind. 20 Sekunden Pause für einen Spot. Das erhöht auch die Verdienstmöglichkeiten des Schiri enorm.

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