Antisemitismus
Rache für Gaza auf dem Fußballplatz

Während eines Freundschaftsspiels des israelischen Fußball-Klubs Maccabi Haifa in Österreich stürmen propalästinensische Fans den Platz. Am Wochenende steht ein Spiel gegen Bundesliga-Aufsteiger Paderborn an.

Bischofshofen„Krieg“ ist ein dehnbarer Begriff im Fußball. „Erbitterte Kämpfe“, „Krieger“ und „sich bekriegende Spieler“ beherrschten die Schlagzeilen deutscher und ausländischer Zeitungen während der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Doch diese Floskeln können Realität werden.

Krieg ist mehr als Rhetorik, Floskeln und Aufmerksamkeitshascherei. Das mussten die Spieler vom israelischen Fußballverein Maccabi Haifa am eigenen Leib erfahren – fernab der Heimat, wo gerade Raketen fliegen.

Haifa tritt im österreichischen Trainingslager zu einem Freundschaftsspiel an, das keines werden sollte: Das Spiel gegen den französischen Erstligisten OCS Lille ist keine sportliche Glanzleistung der Mannschaft aus Israel. Kurz vor Ende liegen die Israelis 0:2 zurück. Doch was dann geschieht, schockiert die Fußballwelt.



Hitzige Sprechchöre schallen den Maccabi-Spielern aus dem Publikum entgegen. Wenig später stürmen propalästinensische Fans aus Protest gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen den Rasen im Stadion von Bischofshofen.

Jugendliche greifen sechs Minuten vor Schluss der Partie mehrere Spieler an. Wie Maccabi auf seiner Homepage später mitteilen sollte, seien die Spieler Dekel Keinan und Idan Vered tätlich angegriffen worden. Das belegen Internetvideos.

Nach einem Handgemenge werden sie von Sicherheitsleuten abgeführt. Das Freundschaftsspiel endet im Hass. Nach dem Abbruch werden Gegenstände auf das Team geworfen. Nur mit Glück wurde kein Haifa-Spieler verletzt. Die israelischen Spieler flüchten sich unter Polizeischutz in die Kabinen.

Die Ausschreitungen in Bischofshofen sind der traurige Höhepunkt antisemitischer Proteste seit Beginn der israelischen Bodenoffensive in Gaza. Die israelische Armee geht seit mehr als zwei Wochen gegen die palästinensische Hamas-Bewegung im Gazastreifen vor, um den Raketenbeschuss Israels zu unterbinden. Bei dem Einsatz wurden mehr als 700 Palästinenser getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. International wächst die Kritik an der hohen Zahl ziviler Opfer.

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Nächstes Freundschaftsspiel gegen Paderborn

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