Arbeitsbedingungen in der Fußballindustrie: Erst der faire Ball macht die Sache rund

Arbeitsbedingungen in der Fußballindustrie
Erst der faire Ball macht die Sache rund

Arbeitsrechtsverletzungen wie Gewerkschaftsunterdrückung, überlangen Arbeitsstunden und Lohndumping gehören in vielen Ländern noch immer zur Tagesordnung.

HB FRANKFURT/MAIN. Vor der Weltmeisterschaft herrscht in Sialkot Hochbetrieb. Etwa 40 Millionen Fußbälle werden in der Zeit rund um die WM in der pakistanischen Stadt gefertigt, wie das Fair-Handelshaus Gepa schätzt. Der Kampf um den Pokal lenkt in diesem Jahr den Blick auf das Zentrum der weltweiten Fußballindustrie - und auf die Arbeitsbedingungen der Produzenten.

Dank des Drucks von Käufern in aller Welt gehöre die ausbeuterische Kinderarbeit in der pakistanischen Produktion zwar inzwischen weitgehend der Vergangenheit an, lobt die gepa. Auch die Arbeitsbedingungen der Näherinnen und Näher habe sich verbessert. Allerdings fielen die Familienangehörigen häufig weiter durch das soziale Netz. Die gepa setzt daher auf eine Gesundheitsversorgung für die ganze Familie und auf Kleinkredite für Existenzgründungen. Und sie zahlt höhere Stückpreise für ihre Ware, denn erst "faire Bälle sind eine runde Sache".

Der Anteil der fairen Bälle an der Gesamtproduktion bleibt jedoch gering. "In Europa möchte man möglichst günstige Bälle kaufen. Und das wirkt sich auch auf die Löhne aus", erklärt Ammar Faisal Al Assad, Geschäftsführer der mit der gepa kooperierenden Firma Talon Sports in Sialkot. Der Druck auf die Produzenten ist groß. Zumindest aber achten auch die großen Sportartikelhersteller zunehmend auf die Umsetzung sozialer und ökologischer Standards in ihren Zuliefererbetrieben.

Die Richtlinien in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umwelt - die auf den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation basierenden "Standards of Engagement" - seien für Adidas "nicht nur ein paar nette Worte", sagt Pressesprecherin Anne Putz. "Die SOE sind rechtlicher Bestandteil unserer Verträge." In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen auch ein System aufgebaut, das die Umsetzung der Regeln stärker kontrollieren könne.

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