Arbeitsbedingungen in Katar
Englischer Fußballverband erwägt WM-Boykott

Beim Bau der Stadien in Katar für die WM 2022 sind laut dem „Guardian“ bereits Dutzende Arbeiter gestorben. Der englische Fußballverband kritisiert die Fifa nun scharf und zieht sogar einen WM-Boykott in Betracht.
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London, BerlinNach dem alarmierenden Bericht über die katastrophalen Arbeitsbedingungen auf den Baustellen zur Fußball-WM 2022 in Katar werden Stimmen nach einem Boykott oder einer neuen WM-Vergabe lauter. „Ich frage mich, ob die Aspekte wie die Verlegung der WM (vom Sommer in den Winter), die Menschenrechte und die Störung des Sportkalenders nicht so groß sind, dass es die FA (englische Fußballverband) in Betracht ziehen sollte, nicht zu spielen“, sagte das englische Parlamentsmitglied Damian Collins der Tageszeitung „Guardian“.

Er regte eine internationale Kooperation von Politikern auch mit Blick auf die Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe der WM an. „Die Fifa versteht und respektiert nur Geld. Die einzige Macht der FA ist, nicht anzutreten.“

Sharan Burrow vom Internationalen Gewerkschaftsbund Ituc erneuerte ihre Kritik an den WM-Gastgebern und verwies via Twitter auf die Kampagne „www.rerunthevote.org“. Auch die Internationale Spielergewerkschaft FifPro fordert den Weltverband Fifa zum Handeln auf. „Wenn die Berichte wahr sind, muss der Fußball reagieren. Es ist unentschuldbar, dass das Leben der Arbeiter geopfert wird, zumal es moderne Gesundheits- und Sicherheitspraktiken in der Baubranche gibt“, sagte FifPro-Vorstandsmitglied Brendan Schwab. Zugleich forderte er die Fifa auf, mit der Internationalen Arbeitsorganisationen ILO Experten nach Katar zu schicken.

Die englische Tageszeitung „Guardian“ hatte am Donnerstag berichtet, dass allein zwischen dem 4. Juni und dem 8. August insgesamt 44 nepalesische Gastarbeiter für die großen Bauprojekte für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar an Herzversagens oder bei Arbeitsunfällen gestorben seien und die Arbeiter insgesamt wie „moderne Sklaven“ behandelt würden.

Sollte die Zahl der Todesfälle so fortschreiten wie bisher, würden bis zum WM-Beginn mindestens 4000 ausländische Arbeitskräfte sterben, sagte ein Ituc-Vertreter der Zeitung. Der „Guardian“ beruft sich in seinem Bericht auf Unterlagen der nepalesischen Botschaft in Katar.

Aus Nepal kommen die meisten der ausländischen Arbeiter für die WM-Projekte in dem Golfstaat. Der Zeitung zufolge kamen im vergangenen Jahr mehr als hunderttausend Arbeiter aus Nepal in das reiche Emirat, um sich bei den Bauprojekten für die WM zu verdingen. Viele von ihnen würden seit Monaten nicht bezahlt, zugleich sei ihnen der Pass weggenommen worden, damit sie nicht abreisen können. Auch gebe es trotz der Hitze kein kostenloses Wasser für die Arbeiter.

Dass Katar zum Ausrichter der Fußball-WM 2022 gekürt wurde, ist sehr umstritten. Der Weltfußballverband Fifa zeigte sich am Donnerstag „sehr besorgt“ über die Berichte über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Die Fifa werde deshalb Kontakt mit den Behörden in Katar aufnehmen, hieß es in einer Erklärung.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Was erwartet man von der FIFA-Blatter Mafia.
    Ein "Verein" der nicht mal Steuern zahlen muss.
    Und die 7 Pausenclowns von Bern sind mitschuldig.

  • Moderne Sklaverei und die systematische Verletzung von Menschenrechten ist in den Ländern Katar, Bahrain, Saudi Arabien, Vereinichte Arabische Emirate und Kuwait an der Tagesordnung. Die Zustände sind dem Auswärtigen Amt in Berlin und den Medien hinlänglich bekannt. Googelt man "Gefangen in der Wüste" kann man mein eigenes Martyrium seit fast 2 Jahren lesen. Wann wachen Politik und vor allem die Medien endlich auf ? Ist die Macht des Geldes dieser Länder so groß, dass alle nur schweigen ? Wenn man ein Opfer ist, könnte man den Eindruck haben. Zahllose Deutsche leiden aktuell oder leiden an den Langzeitfolgen von Gefängnisaufenthalten, Passentzug und gänzlichem Entzug Ihrer Menschenrechte. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges, viel schlimmer trifft es die 100-Tausende von Indern, Nepalesis, Pakistanis und Philippinos die in dieser Region regelrecht wie "Menschenmaterial" verbraucht werden.

  • Vermutlich wird die FIFA nur einen Schlüssel definieren, wieviel Geld für jeden der armen toten Arbeiter in die Schweiz zu überweisen ist ...

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