ARD feiert Beckenbauers 70.

„Fußball – ein Leben“

„Kaiser“, „Lichtgestalt“, „Schau'n mer mal“. Bei manchen Begriffen ist sofort klar, von wem die Rede ist: von Franz Beckenbauer. Die bayerische Fußball-Ikone wird 70 – und die ARD widmet „dem Franz“ ein großes Porträt.
Am 11. September wird Franz Beckenbauer 70. Die ARD zeigt fünf Tage zuvor eine Dokumentation über das Leben des Bayern-Ehrenpräsidenten. Quelle: dpa
Der „Kaiser“

Am 11. September wird Franz Beckenbauer 70. Die ARD zeigt fünf Tage zuvor eine Dokumentation über das Leben des Bayern-Ehrenpräsidenten.

(Foto: dpa)

BerlinSchon der Sendeplatz ist kaiserlich. An diesem Sonntag um 21.45 Uhr direkt nach dem „Tatort“ strahlt die ARD ihr Porträt zum 70. Geburtstag Franz Beckenbauers aus. Auch die Macher der 90-minütigen Ufa-Fiction-Produktion, die im Auftrag des Bayerischen Rundfunks (BR) unterwegs waren, sind illustre Namen: der Produzent Nico Hofmann und der Dokumentarfilmer Thomas Schadt. Beide brachten bereits gemeinsam „Der Mann aus der Pfalz“ (2009) über Helmut Kohl und „Der Rücktritt“ (2014) über Christian Wulff ins Fernsehen.

Ihr neues Werk, „Fußball – ein Leben, Franz Beckenbauer“ wird fünf Tage vor dem Ehrentag des Sportidols am 11. September gezeigt. Ein leitmotivisches Zitat ist Beckenbauers Antwort auf Schadts Frage, ob er sich als Sonntagskind fühle: „Natürlich. Alle Sonntage der Welt sind in mir vereint. Klar, wenn man so ein Leben hat, in diesen 70 Jahren.“ Einige Zuschauer werden wohl schlucken. Beckenbauer musste zwei Monate nach Drehschluss Ende Juli den Tod seines Sohns Stephan verkraften. Er wurde nur 46 Jahre alt. Die geplante Premierenfeier in München wurde deshalb abgesagt. „Eine solche Veranstaltung erschien nun allen Beteiligten unpassend“, teilte der BR mit.

Es habe auch keine Möglichkeit mehr gegeben, „dieses traurige Ereignis nachträglich in angemessener Form und unter persönlicher Einbeziehung von Franz Beckenbauer in das Porträt aufzunehmen“, sagte der stellvertretende BR-Fernsehdirektor Andreas Bönte. Denn die persönliche Beteiligung Beckenbauers macht das Projekt aus.

Zwischen Mai 2014 und Mai 2015 stellte er sich für etwa 30 Drehtage zur Verfügung, 50 bis 60 Stunden Material kamen zusammen. Am Ende ließ er sich in seinem Zuhause in Salzburg interviewen und beim Kicken mit seinen Kindern Joel (14) und Francesca (11) im eigenen Garten zeigen. „Das war ein Vorschlag von ihm“, sagte Thomas Schadt. „Eine sehr schöne Szene.“ Nico Hofmann schwärmte: „Ich denke, dass wir der Person Franz Beckenbauer ungewöhnlich nahe gekommen sind. Dabei ist hier sehr viel gegenseitiges Vertrauen im Spiel und unser Filmporträt wird über lange Zeit Bestand haben.“

Das sind die größten Fußballer aller Zeiten
Fußball-WM 1974
1 von 18

Franz Beckenbauer: Er ist das Aushängeschild des deutschen Fußballs - auch dank dieses Triumphes. 1974 führte der „Kaiser“ die deutsche Nationalmannschaft als Spielführer zum zweiten Weltmeisterschaftstitel. Auch als Trainer war er erfolgreich, 26 Jahre nach dem historischen WM-Sieg im eigenen Land verhalf er der westdeutschen Nationalmannschaft zum dritten Titel. Beckenbauer war der große Spieler des FC Bayern in den 70er Jahren. Der elegante Libero gewann mit den Münchnern zwischen 1974 und 1976 dreimal den Europapokal sowie unzählige Meisterschaften, den DFB-Pokal und den Weltpokal.

File photo of former Portugal national soccer player Eusebio before their Euro 2008 soccer match against Czech Republic in Geneva
2 von 18

Eusébio: Eusébio da Silva Ferreira zeichnete sich vor allem durch psychische Stärke, Schnelligkeit und einen starken Schuss aus. In 15 Jahren bei Benfica Lissabon führte er die Portugiesen zehnmal zur Meisterschaft, zudem 1962 zum Europapokal der Landesmeister. Er war Europas Fußballer des Jahres 1965 und traf in 301 Liga-Spielen 317 mal. Seinen Höhepunkt erlebte Eusébio bei der WM 1966 in England, als er mit neun Treffern Torschützenkönig wurde und Außenseiter Portugal auf den dritten Platz schoss. Mit 31 Jahren zog es ihn nach Nordamerika, dort tingelte er zwischen den USA und Kanada hin und her, ehe er drei Jahre später seine Karriere beendete. 2014 starb Eusébio mit 71 Jahren.

000_ARP2345691
3 von 18

Johan Cruyff: Europas Fußballer des Jahrhunderts gilt als einer der begnadetsten Spielmacher der Geschichte und ist das Symbol des niederländischen Fußballs. Er war der Star des so genannten „totalen Fußballs“, mit dem Ajax Amsterdam seine größten Erfolge feierte und die Niederlande 1974 Vizeweltmeister wurden. Anschließend spielte er für den FC Barcelona, in den USA und abermals in den Niederlanden. Ähnlich erfolgreich arbeitete Cruyff als Trainer für Ajax und den FC Barcelona. Zwischen 1991 und 1994 führte er die Katalanen zu vier Meistertiteln, hinzu kam 1992 der Europapokal der Landesmeister.

043_dpa_4233874
4 von 18

Ferenc Puskas: Der Ungar (Bildmitte) gehörte dem Team an, das bei der WM 1954 beim „Wunder von Bern“ im Finale 2:3 gegen Deutschland verlor. In seiner Heimat wird Puskas verehrt – er erzielte in 84 Länderspielen 83 Tore. Vor allem ein Spiel machte ihn unvergessen: Er war 1953 die treibende Kraft der ungarischen Mannschaft, die England im Wembley-Stadion sensationell mit 6:3 besiegte. Es war der erste Sieg einer auswärtigen Mannschaft im dem Stadion, das bis dahin als uneinnehmbar galt. Mit ihm wurde die Nationalmannschaft in den 50er Jahren in sechs Jahren nur einmal geschlagen – eben beim WM-Finale in Bern von Deutschland. Nach einigen Jahren im Exil setzte Puskas 1958 seine Karriere bei Real Madrid fort und gewann mehrfach den Europacup. Seine Karriere beendete er 1967. Im Jahr 2006 starb der Ungar.

000_Par533874
5 von 18

Alfredo di Stefano: Die Fans des spanischen Rekord-Titelträgers Real Madrid wählten ihren Ehrenpräsidenten im Jahr 2008 zum besten Spieler aller Zeiten. Der gebürtige Argentinier erzielte in 396 Pflichtspielen für Real 307 Tore. Damit war er mehr als vier Jahrzehnte lang Rekordtorschütze des Klubs, ehe diese Marke von Raúl übertroffen wurde. Daneben war di Stefano der erste Spieler überhaupt, der viermal hintereinander Torschützenkönig der Primera División wurde, was nach ihm nur Hugo Sánchez (1985 bis 1988) gelang. Fünfmal in Folge gewann di Stefano den Europapokal der Landesmeister (1956 bis 1960). 1957 und 1959 wurde er zu Europas Fußballer des Jahres gekürt. Der Verein hat ihm ein Denkmal gesetzt, eine Statue di Stefanos steht vor dem Trainingsgelände der „Königlichen“. Seit 2010 ist er Ehrenpräsident der Uefa.

FBL-WC2006-DRAW-PELE
6 von 18

Pelé: Ein Name, der für die Ewigkeit steht. „Vielleicht kennen nicht alle auf der Welt Jesus, aber von Pelé haben sie schon gehört“, gab das brasilianische Ballgenie einst von sich. Ein Status, den sich der Weltmeister von 1958, 1962 und 1970 in mehr als 20 Jahren Profifußball und anschließend als Sympathieträger im weltweiten Einsatz erworben hat. 1365 Spiele, nicht alle offiziell, 1281 Tore, ob im Trikot vom FC Santos, Cosmos New York, der Selecao oder einer Soldatenauswahl, elfmal Torjäger einer offiziellen Meisterschaft oder eines Turniers, aber kurioserweise nie bei einer WM. Pelé verzauberte mit seinen Tricks die Fans, ehe er am 1. Oktober 1977 offiziell das Leder ruhen ließ. Für die Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 hat sich der Ex-Fußballer aber wieder einspannen lassen: Er wirbt fleißig auf der ganzen Welt für die WM im eigenen Land.

000_Par1090648
7 von 18

Zinédine Zidane: Er war einer der besten und erfolgreichsten Fußballer seiner Zeit, wegen seiner Bescheidenheit auch einer der beliebtesten. Doch so glorreich die Karriere des französischen Ausnahmekönners Zinédine Zidane war, so unschön endete sie: mit einem Kopfstoß im Finale der WM 2006. Sein italienischer Gegenspieler Marco Materazzi hatte mit anhaltenden Beleidigungen die Aktion mitverursacht. Es war ein trauriger Abgang eines ganz Großen, der von der Fifa dreimal als Weltfußballer des Jahres ausgezeichnet worden war. Weitere Erfolge: Weltmeister 1998, Europameister 2000, Champions-League-Sieger 2002. Heute ist er Co-Trainer bei Real Madrid.

Eine Million Euro kostet die Produktion, vor allem wegen der Reisen des Teams und der Mietkosten für Sportstätten. Beckenbauer reist in die Stadien seines Lebens, auf seinen ersten Bolzplatz in München-Giesing, nach Wembley, ins Olympiastadion in München, wo er 1974 als eleganter Libero Weltmeister wurde, nach Rom, wo er 1990 als Weltmeister-Teamchef einsam über den Rasen schritt, und ins Berliner Olympiastadion, wohin er die WM 2006 holte. Auf dem Empire State Building trifft er seinen Freund Pelé, mit dem „The Kaiser“ einst bei Cosmos New York spielte. Andy Warhol porträtierte ihn dort 1977.

„Er hat bestimmt, was der Ball macht und nicht umgekehrt“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: ARD feiert Beckenbauers 70. - „Fußball – ein Leben“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%