Argentinien und Holland bereits fürs Achtelfinale qualifiziert
Top-Spiel in Gruppe C mit Schönheitsfehler

Mit Spannung wir heute das Topspiel um den Sieg in Gruppe C zwischen Argentinien und den Niederlanden (21.00 Uhr) erwartet. Auch wenn die Trainer einige Stars schonen werden, versprechen beide ein tolles Spiel.

Es gilt als das Spiel der Vorrunde schlechthin, es ist die Neuauflage des Endspiels von 1978 und das erste direkte Duell zweier Mitfavoriten bei dieser WM: Die Partie in der Gruppe C zwischen dem zweimaligen Weltmeister Argentinien und den Niederlanden heute (21.00 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) in Frankfurt/Main. Beide Mannschaften haben sich allerdings bereits für das Achtelfinale qualifiziert und werden voraussichtlich einige Stars schonen.

Doch das trübt die Vorfreude kaum. "Seit der Auslosung in Leipzig habe ich auf diese Begegnung hingefiebert. Ich erwarte Fußball vom Allerfeinsten", sagt Organisationschef Franz Beckenbauer. Die beiden Abgesandten des niederländischen Königshauses unter den 30 000 "Oranje"-Fans werden wohl ein wenig zerrissen sein, denn Kronprinz Willem-Alexander kommt mit seiner aus Argentinien stammenden Frau Maxima. In Argentinien ist die Begeisterung so groß, dass in der Hauptstadt Buenos Aires während der TV-Übertragung ein Stromausfall befürchtet wird.

DFB schickt die Spione Siegenthaler und Eilts

Auch für die deutsche Nationalmannschaft ist das Duell von besonderem Interesse. Das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann könnte im Viertelfinale auf die Holländer oder die "Gauchos" treffen. DFB-Scout Urs Siegenthaler und U21-Coach Dieter Eilts werden deshalb als Spione auf der Tribüne sitzen.

Vor allem die Argentinier haben mächtig Eindruck hinterlassen. Mit dem 6:0 gegen Serbien und Montenegro katapultierte sich die "Albiceleste" endgültig in den Kreis der Titelanwärter. "Phantastisch" fand Argentiniens Fußball-Idol Diego Armando Maradona den letzten Auftritt und hofft auf weitere Geniestreiche. "Unser Ziel muss es sein, dieses Niveau zu halten", meint Stürmerstar Hernan Crespo.

Rotation auf beiden Seiten

Die knallharte Defensive und die überragenden Offensivqualitäten der Argentinier haben in den Niederlanden mächtig Eindruck hinterlassen. "Vor Argentinien kann ich nur den Hut ziehen", meinte Johan Cruyff, Vize-Weltmeister von 1974, mit großem Respekt. Allerdings wird Argentiniens Coach Jose Pekerman wohl nur eine bessere B-Elf aufbieten und unter anderem Mittelfeld-Regisseur Roman Riquelme sowie seinen "A-Sturm" mit Crespo und Javier Saviola schonen.

Ähnlich denkt auf der Gegenseite Marco van Basten. "Wir wollen nichts riskieren", sagt der Bondscoach. Der mit Gelb belastete Arjen Robben, bei beiden bisherigen Vorrundensiegen der Holländer zum "Man of the Match" gekürt, wird ebenso nicht zum Einsatz kommen wie die leicht angeschlagenen Johnny Heitinga (Muskelprobleme) und Philipp Cocu (Sprunggelenk), der damit weiter auf sein 100. Länderspiel warten muss. Dafür wird Kapitän und Keeper Edwin van der Sar mit seinem 112. Oranje-Einsatz mit Rekordhalter Frank de Boer gleichziehen.

Van der Vaart verspricht großen Fußball

Erst eines von sieben direkten Vergleichen hat die "Elftal" verloren. Das war ausgerechnet beim 1:3 im WM-Finale von 1978 - und der Stachel sitzt noch immer tief. "Wenn ich mich daran erinnere, werde ich noch immer richtig wütend", sagt Arie Haan.

Die aktuellen Nationalspieler brennen ungeachtet der Diskussion über die Anfangsformation vor Tatendrang. "Wir haben vor niemandem Angst - auch nicht vor Argentinien", erklärte Außenstürmer Robin van Persie selbstbewusst. Van Basten will "gewinnen und Gruppenerster werden", das sei für einen Sportler "selbstverständlich". Der erste WM-Einsatz von Beginn an winkt Rafael van der Vaart. "Ich freue mich riesig auf die Partie", sagte der Mittelfeldstar vom Hamburger SV. Van der Vaart, der beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste eingewechselt wurde und nach chronischen Sprunggelenkproblemen zu seinem ersten Länderspiel in diesem Jahr kam, verspricht den Fans ein großes Fußball-Fest: "Es spielt keine Rolle, dass beide Teams schon für die nächste Runde qualifiziert sind. Durch diese Konstellation könnte die Begegnung sogar noch ansehnlicher werden."

© SID

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