Argentinien zur WM
Maradona triumphiert und wird ordinär

Lange hatten Argentinien gezittert, am Ende schaffte der dreimalige Weltmeister aber doch die Qualifikation für die Fußball-WM in Südafrika. Die Feierlaune nach dem 1:0-Sieg in Uruguay verdarb Argentiniens umstrittener Trainer Diego Maradon aber: Er nutzte den Triumph zu einer Abrechnung mit seinen Kritikern und langte verbal mächtig daneben.

HB MONTEVIDEO. Dem kollektiven Aufatmen in Argentinien folgte der Schock über Diego Maradona. Mit einem 1:0-Zittersieg beim Erzrivalen Uruguay sicherte sich die argentinische Mannschaft in letzter Minute doch noch das direkte Ticket zur Fußball-WM in Südafrika. Doch die Freude wurde vom Auftritt von Trainer Maradona auf der anschließenden Pressekonferenz schwer getrübt.

Nach der mühsamen errungenen Qualifikation, die lange auf der Kippe stand, zog Maradon ordinär über seine Kritiker in den Medien her. "Denjenigen, die nicht an mich geglaubt haben, sage ich - die Damen mögen das entschuldigen - ihr könnt mir einen blasen", sagte er vor der versammelten Presse. Den Satz wiederholte er noch einmal, als er nach seinem gespannten Verhältnis zu Co-Trainer Carlos Bilardo gefragt wurde. Maradona ist in seiner Heimat für eine bisweilen vulgäre Ausdrucksweise bekannt, aber die Äußerungen in Montevideo ließen selbst seine Landsleute zusammenzucken.

Rein sportlich haben die Argentinier dagegen allen Grund zum Jubeln. Vor rund 60 000 Zuschauern im Stadion Centenario in Uruguays Hauptstadt Montevideo erzielte am Mittwoch der erst kurz zuvor eingewechselte Mittelfeldspieler Mario Bolatti (84.) den Siegtreffer für die "Gauchos". Uruguay hatte nach einer gelb-roten Karte gegen Abwehrspieler Martín Cáceres wenige Sekunden zuvor nur noch zu zehnt auf dem Platz gestanden.

"Ich bin sehr stolz auf meine Elf", sagte Maradona anschließend, "Uruguay ist eine sehr gute Mannschaft und hat in jeder Minute um ihr Leben gespielt, aber wir haben wie echte Männer gegen sie gewonnen und sind ohne die Hilfe von irgendjemand anderem bei der WM dabei." Nach schlechten Leistungen und zuletzt drei Auswärtsniederlagen in Folge hatte die "Albiceleste" um die direkte Qualifikation zittern müssen. Mit dem Sieg im südamerikanischen Fußballklassiker und nunmehr 28 Punkten ist der vierte Tabellenplatz hinter den bereits qualifizierten Mannschaften aus Brasilien, Paraguay und Chile und damit das Ticket zur WM jedoch sicher.

"Es war ein wichtiger Schritt heute", sagte der nach einer Gelbsperre in die Startelf der "Gauchos" zurückgekehrte Juan Véron, "aber wir dürfen die Sachen, die passiert sind, nicht unter den Teppich kehren. Wir werden darüber reden müssen".

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