Argentinier wollen gegen Deutschland den Sieg
Bloß nicht gegen Brasilien

Vor dem Spiel gegen Deutschland lassen auch die Argentinier verkünden, dass für sie, wie für das Team von Jürgen Klinsmann, nur ein Sieg in Frage kommt. Kein Wunder: Denn wer am Dienstagabend verlieren sollte, muss im Halbfinale gegen Brasilien antreten.

HB NÜRNBERG. Ein Jungstar mit Engelsgesicht hat Argentinien vorzeitig ins Halbfinale beim Confederations Cup geschossen, doch nur ein Sieg gegen Deutschland kann den Turnierfavoriten wohl vor einem teuflischen Duell gegen Erzfeind Brasilien bewahren. Das 4:2 (2:0) im zweiten Gruppenspiel gegen Australien am Samstagabend in Nürnberg wurde bei den Südamerikanern daher schnell als Pflichtsieg abgehakt. Auch der dreifache Torschütze Luciano Figueroa (12./53./89. Minute) blickte im Frankenstadion schon auf den Fußball-Klassiker gegen die DFB-Auswahl am Dienstag an gleicher Stelle. "Argentinien spielt immer so, dass es gewinnen will. So werden wir auch Deutschland schlagen", kündigte der Blondschopf aus Rosario an.

Das Endspiel um den Gruppensieg beschäftigte auch Nationalcoach José Nestor Pekerman. "Sie sind der Gastgeber, und sie haben ein starkes Team. Die Deutschen sind sehr stark. Wir müssen äußerst wachsam sein", sagte der Trainer. Auch bei einem Remis blieben die Gauchos hinter dem Klinsmann-Team und müssten als Gruppen-Zweiter sehr wahrscheinlich schon im Halbfinale gegen Brasilien spielen. Den Namen des großen Rivalen nahm zwar noch niemand in den Mund. Zum erneuten Duell mit dem in der WM-Qualifikation gerade eindrucksvoll mit 3:1 bezwungenen - aber dennoch nicht nur als Gegner ungeliebten - Nachbarn wollen die Südamerikaner möglichst erst im Finale antreten.

Gegen den nach der zweiten knappen Niederlage ausgeschiedenen Außenseiter Australien sah Pekerman im Vergleich zum ersten Turniererfolg beim 2:1 gegen Tunesien eine Leistungssteigerung. Richtig zufrieden dürfte der Trainer aber trotz gegenteiliger Bekundung nicht gewesen sein. Zu sehr glich der Auftritt einer Fahrt zwischen Himmel und Hölle. Nahezu fahrlässig wurde eine souveräne 3:0-Führung fast noch verspielt. Erst nach dem erneuten Tore- Doppelpack von John Aloisi (61. Foulelfmeter/69.) hörten die erstaunlichen Konzentrationsfehler beim zweifachen Weltmeister wieder auf. "Es ist unmöglich, immer auf dem gleichen Niveau zu spielen. Der Gegner war physisch stark", nahm Pekerman seine Spieler in Schutz.

Gegen Deutschland müsse die Formkurve aber weiter nach oben zeigen forderte Mario Santana vor der Neuauflage des WM-Finals von 1986 und 1990. "Das wird ein viel schwierigeres Spiel. Die Deutschen haben viel mehr Geduld", sagte der Italien-Legionär. Gemeinsam mit Figueroa gehörte Santana zu den unerwarteten Aktivposten bei Argentinien und glänzte im Mittelfeld neben Superstar Juan Román Riquelme, der per Foulelfmeter (32.) den vierten Treffer beisteuerte. Der 23-jährige Santana darf sich zumindest für den Confed-Cup Hoffnungen auf einen Stammplatz in Pekermans oft undurchschaubarem Personal-Puzzle machen. Auch Figueroa hatte vor dem Australien-Spiel niemand auf der Rechnung, doch der Stürmer mit dem "Babyface" schlug im Nationaldress wieder einmal eiskalt zu. "Es ist für mich einfach ein Traum, in diesem Trikot zu spielen und Tore zu schießen", sagte der 24-Jährige. Acht Treffer in elf Spielen für die "Albiceleste" belegen Figueroas Aussage. Eine Einsatzgarantie für das Spiel gegen Deutschland bekam er von Pekerman aber dennoch nicht. "Das werde ich jetzt nicht sagen. Wir müssen erst das Spiel analysieren", sagte der Trainer.

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