Aston Villa-Chef blockt
Baros-Wechsel wird für HSV zum Geduldsspiel

Der Hamburger SV ist auf der Suche nach einem neuen Stürmer eigentlich fündig geworden. Milan Baros, tschechischer Nationalspieler, ist sich mit den Norddeutschen einig und will in die Bundesliga wechseln. Für die Hanseaten ein echter Hochkaräter. Das einzige Problem: Doug Ellis, Vorstandsboss des englischen Erstligisten Aston Villa, blockt den Transfer noch ab.

Nur das Veto des ebenso rüstigen wie kompromisslosen Verhandlungspartners verhinderte bisher den Wechsel Baros´ zu den Hanseaten und macht die Stürmersuche des HSV einmal mehr zu einem Geduldsspiel. Allein bei der Ablösesumme hakt es noch. Die Hamburger wollen weniger als zehn Mill. Euro zahlen, Ellis fordert mindestens 13 Millionen.

HSV-Angebot "nicht im Ansatz akzeptabel

"Das Angebot des HSV war nicht im Ansatz akzeptabel. Wir werden Milan Baros sicherlich nicht zu einem Schleuderpreis abgeben", polterte der Villa-Boss nach einer ersten gescheiterten Verhandlungsrunde am vergangenen Montag. Beim Bundesliga-Dritten gab es daraufhin lange Gesichter. Für die geplante Aufsichtsratssitzung am Abend, auf der die Kontrolleure grünes Licht für den Transfer geben sollten, hieß es absagen statt absegnen.

Baros weilte unterdessen bereits in Hamburg und ließ sich von Teammanager Marinus Bester in bekannter Manier die Vorzüge der Stadt näherbringen: Alster, Hafen, Stadion. Am liebsten wäre der EM-Torschützenkönig wohl gleich geblieben, nun heißt seine Perspektive jedoch vorerst weiter Premier-League-Mittelmaß in Birmingham. Eine Aussicht, die auch die HSV-Verantwortlichen langsam in Unruhe versetzen dürfte.

Altbekanntes Stürmerproblem

Während nach dem Wechsel von Abwehrchef Daniel van Buyten zum deutschen Doublegewinner im vergangenen Monat umgehend dessen belgischer Landsmann Vincent Kompany vom RSC Anderlecht als Ersatz aus dem Hut gezaubert wurde, tun sich die Hamburger bei Vertragsabschlüssen mit schlagkräftigen Stürmern schwer. Bereits in der vergangenen Winterpause reichte es nur zur Notlösung Ailton, die sich in der Endphase der Saison vornehmlich als "Chancentod" profilierte und folgerichtig wieder abgeschoben wurde.

Nun ist die Lage noch prekärer. Nach den Abgängen von Sergej Barbarez (Bayer Leverkusen) und Naohiro Takahara (Eintracht Frankfurt) stehen in Benjamin Lauth und dem aus München geholten Paolo Guerrero nur zwei Angreifer im Kader. Zu wenig für die Bundesliga und erst recht für die Champions League, wo sich die Hamburger in gut drei Wochen noch durch die Qualifikation kämpfen müssen. Auch eine Verpflichtung von Baros könnte für die lange Saison nicht ausreichen.

Doll bleibt gelassen

Coach Thomas Doll, der seinen Kader eigentlich zum Auftakt des Trainingslager im österreichischen Going am kommenden Montag komplett haben wollte, lässt sich dennoch nicht aus der Ruhe bringen: "Ich habe Vertrauen in die Arbeit des Vorstandes und denke, dass dann ein neuer Stürmer dabei sein wird. Wenn wir die Champions League erreichen, werden wir noch weiter nachbessern." Dies wollen die HSV-Verantwortlichen auch im Fall Baros. Am Donnerstag sollte Aston Villa ein neues Angebot vorgelegt werden.

© SID

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