Atlético Madrid
Der Aufstieg des spanischen BVB

Der hochverschuldete spanische Traditionsklub Atlético Madrid legt das BVB-Epos neu auf: Mit viel Leidenschaft und einem taktisch versierten Vollblut-Trainer rüttelt Atlético am Thron von Real Madrid und FC Barcelona.
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Ein traditionsreicher Fußballverein steht kurz vor dem finanziellen Abgrund und droht in die Zweitklassigkeit abzurutschen. Nach seiner Rettung kehrt neue wirtschaftliche Sachlichkeit ein. Die Vereinsführung verzichtet auf teure Stars und verpflichtet ein junges, leidenschaftliches Taktik-Genie als Trainer. Nach jahrelanger Abstinenz kehrt der Verein in die Spitzengruppe seiner Liga sowie in den internationalen Wettbewerb zurück.

Die Protagonisten dieses Fußballmärchens sind deutschen Sportfans allzu vertraut, es handelt sich ohne Frage um Borussia Dortmund und seinen Trainer Jürgen Klopp. Doch nun scheint ein spanischer Klub dieses Heldenepos neu aufzulegen: Atlético Madrid hält mit seinem aktuellen Erfolg besonders die spanische Fußballwelt in Atem.

Nachdem „La Liga“ in den vergangenen neun Jahren von den großen Konkurrenten FC Barcelona (sechs Titel) und Real Madrid (drei Titel) dominiert wurde, hat sich nun Reals Stadtrivale Atlético an die Spitze der Tabelle gesetzt und steht darüber hinaus im Halbfinale der Champions League.

Die Parallelen zu der Geschichte der Dortmunder Borussia beginnen bereits mit der ruhmreichen Vergangenheit beider Klubs: Seit 1950 holte Atlético siebenmal die Meisterschaft, Dortmund achtmal. Den Pokal gewannen die Madrilenen stolze zehnmal, der BVB dreimal. Beide Teams triumphierten in den 60er Jahren im Europapokal der Pokalsieger (Dortmund schaltete dafür 1966 im Viertelfinale Atlético aus), die Borussen haben zudem einen Champions-League-Titel vorzuweisen.

Doch genau wie die sportlichen Erfolge teilen beide Vereine auch das Schicksal des wirtschaftlichen Niedergangs: Zur Jahrtausendwende rutschte Atlético in die zweite Liga ab und schaffte nach zwei Jahren Aufenthalt in der niederen Spielklasse gerade noch rechtzeitig zum hundertjährigen Bestehen des Vereins den Wiederaufstieg. Die großen Triumphe schienen da allerdings schon längst wie eine graue Vorzeit, und als der BVB 2005 nur knapp der Insolvenz entging, landeten die Madrilenen auf einem enttäuschenden elften Tabellenplatz.

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