Auch auf gesellschaftlichem Parkett bewegt sich der Fußball-Star längst stilsicher
Der bessere Beckham

Michael Ballack avanciert zum Superstar auf dem grünen Rasen. Der Mann hat auch das Zeug zur "Weltmarke".

MÜNCHEN. Beeindruckender hätte der Beweis kaum ausfallen können. Wer immer noch an den Führungsqualitäten des zurzeit wohl besten deutschen Fußballers gezweifelt hatte, der wurde kürzlich vehement eines Besseren belehrt.

"Wohl und Wehe der Nationalelf hängt vom FC Ballack Deutschland ab!" titelte das Fachorgan "Kicker", nachdem Michael Ballack die Klinsmann-Elf beim Gastspiel in Belfast gegen Nordirland mit zwei Toren und einer Vorlage beinahe im Alleingang zu einem 4:1 führte.

Und auch das offizielle Uefa-Magazin hat Ballacks Wert kürzlich noch einmal festgestellt, als es den Wahl-Münchener als einzigen Deutschen in die Top Ten der wertvollsten Champions-League-Spieler wählte.

Unmittelbar vor dem Confederations Cup, der Mini-Weltmeisterschaft (WM) der Kontinental-Meister und Nagelprobe für die große WM 2006, gibt Ballack mit Selbstverständlichkeit den Führungsspieler, nach dem sich die deutsche Fußball-Seele lange verzehrt hat.

Darüber Auskunft geben mag er nicht so gerne. "Verantwortung", sagt er, "die übernimmt man, aber man spricht nicht darüber!" Es ist eine über die Jahre gewonnene Souveränität, die ihn "die Dinge so nehmen lässt, wie sie kommen". Ballack: "Läuft etwas schief, halte ich mich nicht allzu lange damit auf. Und ebenso wenig verliere ich die Bodenhaftung, wenn alles im grünen Bereich ist."

So hat er auch bittere Stunden überstanden, wie die im Sommer 2002, als er mit Bayer Leverkusen drei Titel - Champions League, Meisterschaft und DFB-Pokal - verspielte, oder wie die im vergangenen Jahr, als er vor der Europameisterschaft in Portugal in der Kritik stand und "mangelnde Rückendeckung" durch die Offiziellen des FC Bayern beklagte.

Schnee von gestern. "Mehr Liebe, mehr Gefühl - Michael Ballack und der FC Bayern haben zueinander gefunden", glaubt nun sogar die "Süddeutsche Zeitung".

Und was für den Klub gilt, trifft auf die Nationalmannschaft schon lange zu. Der neue Teamchef Jürgen Klinsmann hatte das umgehend erkannt und mit einer seiner ersten Amtshandlungen Ballack zum Kapitän berufen.

"Es macht mich stolz, für Deutschland als Erster aufzulaufen, auch wenn ich die Binde nicht unbedingt benötige, um Verantwortung zu übernehmen", erinnert Ballack zu Recht an die WM 2002 in Japan und Südkorea. Dort führte er das deutsche Team auch ohne Kapitänsamt so überzeugend zur Vizeweltmeisterschaft, dass der damalige Teamchef Rudi Völler ihn bis heute höher einschätzt als den französischen Superstar Zinedine Zidane, der allgemein als Messlatte gilt.

Rudi Völlers Ratschlag an seinen Nachfolger lautet denn auch: "Jürgen, bete, dass sich Michael nicht verletzt!"

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