Auch beim Thema Ticket-Verkauf noch Schuss vor den Bug
Fifa fordert Nachprüfung der WM-Stadien

Joseph Blatter hat von den deutschen WM-Organisatoren als Konsequenz aus den Fan-Zwischenfällen am 15. Bundesliga-Spieltag eine Verbesserung der Sicherheitskontrollen gefordert. Auch beim Thema Ticket-Verkauf bekam das OK noch einen Schuss vor den Bug.

dpa LEIPZIG. Joseph Blatter hat die deutschen WM-Organisatoren zu einer nachträglichen Tauglichkeits-Prüfung aller zwölf WM-Stadien verdonnert und als Konsequenz aus den Fan-Zwischenfällen am 15. Bundesliga-Spieltag eine Verbesserung der Sicherheitskontrollen gefordert.

"Wir werden das OK jetzt ins Gebet nehmen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser", kommentierte der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa zum Auftakt der Sitzungswoche in Leipzig, die in der Endrunden-Auslosung gipfelt, die jüngsten Vorfälle im WM-Land.

Nach der Spielabsage in Kaiserslautern wegen eines Dachschadens im Fritz-Walter-Stadion sowie den alarmierenden Wurf-Attacken bei den Bundesliga-Spielen in Hamburg und Mönchengladbach sieht der Schweizer die von Franz Beckenbauer angeführten WM-Ausrichter in der Pflicht: "Beim deutschen Organisations-Komitee brennt jetzt die Rote Lampe."

Zwar bewertete Blatter den Stand der Vorbereitung noch immer mit der ansehnlichen Schulnote "zwei plus". Doch der 69-Jährige nutzte eine Gesprächsrunde mit einem Dutzend geladener deutscher Journalisten in erster Linie dazu, Missstände anzusprechen und Gegenmaßnahmen zu verkünden. Beispiel Stadionbau: Nachdem in Nürnberg, Frankfurt und jetzt Kaiserslautern binnen weniger Monate drei WM-Arenen gravierende Baumängel aufwiesen, sollen Anfang nächsten Jahres alle Stadien noch einmal überprüft werden. Zudem werde man einen Termin festlegen, bis wann die Arenen definitiv WM- reif sein müssen.

Auch in punkto Sicherheit sieht der Fifa-Chef den nationalen Veranstalter am Zug. Er forderte bessere Einlasskontrollen, damit nicht wie während der Liga-Partien in Hamburg und Mönchengladbach Spieler durch fliegende Trommelstöcke oder andere Wurfgeschosse verletzt werden können. Den Einwand, die Fans bräuchten Feuerzeuge auch, um Zigaretten anzuzünden, wischte Blatter kurzerhand mit einer neuen Idee vom Tisch. "In den Stadien sollte nicht geraucht werden", sagte er wohlwissend, "dass nicht wir das entscheiden können, sondern die Regierung."

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