Auch der Fiskus macht den Schweizern die Arbeit schwer
Wie sauer Bier

Die Begeisterung für die Edel-Logen in den WM-Stadien hält sich offenbar in Grenzen. Der Fifa droht ein PR-Desaster, wenn angesichts der Kartenknappheit Plätze leer bleiben.

TOKIO/PARIS/DÜSSELDORF. Mit breitem Lachen reicht George Taylor einen Kaffee herüber. "Erzählen Sie das nicht meinen Leuten, sonst finden die sofort einen Service-Job für mich während der WM." Gerade eben noch hat der Niederländer auf schlammigem Boden mit Berlins Oberbürgermeister Klaus Wowereit für die Fotografen posiert, einen Bauhelm auf dem Kopf, einen Spaten in der Hand. Dann stechen sie in den regenweichen Untergrund: Es ist der Moment des medienwirksamen Baubeginns für das weltgrößte Bewirtungsareal direkt neben dem Berliner Olympiastadion. Natürlich, es dreht sich dabei wie so vieles in diesen Tagen um die Fußball-Weltmeisterschaft, speziell um das Wohl und Wehe besonders zahlungskräftiger Fußball-Anhänger.

Was der Holländer Taylor damit zu tun hat? Er hat etwas zu verkaufen, wonach Millionen Fans gieren: Eintrittskarten. Nicht irgendwelche, sondern so genannte Hospitality-Tickets. Sie sichern nicht nur einen Top-Platz in der Arena, sondern auch Parkplätze und Zutritt zu jenen buffet- und alkoholikaschwangeren Zeltstädten wie in Berlin, für die sich Wowereit und Taylor am Mittwoch mit Helm und Schaufel ausstaffierten.

Taylor ist Chef von ISE, dem Unternehmen, das vor allem einem Geschäftszweck nachgeht: im Auftrag der Fifa dafür zu sorgen, dass 347 000 Edel-Tickets möglichst Gewinn bringend verkauft werden. Dem Ex-Manager der holländischen Fußballlegende Johan Cruyff oder besser seiner Marketingfirma Sports Mondial gehört ein Zehntel der ISE. Je 45 Prozent halten die Werberiesen Dentsu und Publicis.

Über die ISE wird viel geredet und geschrieben in diesen Tagen. Denn während das Unternehmen immer neue Jubelmeldungen über den Verkauf seiner Edel-Karten verlauten lässt, berichten Bundesliga-Manager von Verkaufsproblemen, klagen Geschäftspartner über aggressive Verkaufsmethoden des Vermarkters, bei dem es noch dazu, wenige Wochen vor der WM, im Top-Management einen überraschenden Wechsel gab.

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