Auch Deutsche Bank betroffen

Fifa-Skandal wird Fall für US-Bankenaufsicht

In New York wird der FIFA-Skandal ein Fall für die Bankenaufsicht, auch die Deutsche Bank gerät ins Visier der Ermittler. Hauptsponsor Visa verlangt Reformen. Und die USA stellen das nächste Auslieferungsgesuch.
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Der Fifa-Skandal wird zum Fall für die US-Bankenaufsicht. Fifa-Sponsor Visa fordert die Einsetzung einer unabhängigen Untersuchungskommission – ohne Einbindung von Präsident Blatter. Quelle: ap
Fifa-Skandal weitet sich aus

Der Fifa-Skandal wird zum Fall für die US-Bankenaufsicht. Fifa-Sponsor Visa fordert die Einsetzung einer unabhängigen Untersuchungskommission – ohne Einbindung von Präsident Blatter.

(Foto: ap)

New York/BerlinNach den US-Bundesbehörden prüft nun auch die Bankenaufsicht des Bundesstaates New York einem Insider zufolge eine mögliche Verwicklung von mehreren Geldhäusern in den Korruptionsskandal um den Weltfußball-Verband Fifa. Zu den mehr als sechs Instituten gehörten Deutsche Bank, Credit Suisse, Barclays und Standard Chartered, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht zum Freitag. Es sei noch zu früh um zu sagen, ob tatsächlich ein Fehlverhalten vorliege. Die Aufsichtsbehörde DFS äußerte sich dazu offiziell nicht, ebenso wenig wie die Geldhäuser. Das „Wall Street Journal“ hatte zuerst über die Ermittlungen berichtet.

Die Untersuchung läuft dem Insider zufolge parallel zu den Ermittlungen auf Bundesebene. Das US-Justizministerium hatte Ende Mai Anklage gegen neun Fifa-Vertreter und fünf Führungskräfte von Sportmedien und Vermarktungsunternehmen erhoben. Die amerikanischen Behörden gehen davon aus, dass mehr als 150 Millionen Dollar Bestechungsgelder geflossen sind.

Interpol schreibt Fifa-Bosse zur Fahndung aus
Hotel Baur-au-Lac
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In Zürich haben Schweizer Behörden am 27. Mai 2015 eine Razzia gegen hohe Fifa-Funktionäre durchgeführt. Am frühen Morgen wurden im Auftrag der US-Justiz neun Fußballbosse festgenommen. Das bestätigte das Schweizer Bundesamt für Justiz. Das gelang, weil alle Personen zum großen Kongress des Weltfußballverbandes nach Zürich gereist waren.

Auslieferungshaft
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Die Verdächtigen wurden in Auslieferungshaft genommen. Ihnen droht die Abschiebung in die USA. Den Personen wird von amerikanischen Ermittlern Betrug, Erpressung und Geldwäsche vorgeworfen. Laut Schweizer Behörden geht es um Bestechungszahlungen von über 100 Millionen Dollar. Dies sind die Verdächtigen.

Jeffrey Webb
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In Auslieferungshaft: Webb ist seit 2012 CONCACAF-Präsident und Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees. Inzwischen zählt er als Fifa-Vizepräsident zu den Stellvertretern von Joseph Blatter. Seine Verhaftung kam überraschend, hatte er sich innerhalb der Fifa doch für ein striktes Vorgehen gegen Korruption und Missmanagement stark gemacht. Zudem hatte er sich für die Veröffentlichung des Garcia-Berichts ausgesprochen.

Eugenio Figueredo
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In Auslieferungshaft: Neben Webb der zweite aktuelle Fifa-Vize in der Affäre. Der Ex-Präsident des südamerikanischen Fußballverbandes CONMEBOL musste sich zuletzt in seiner Heimat vor Gericht verantworten. Eine Spielergewerkschaft hatte ihn wegen angeblicher finanzieller Unregelmäßigkeiten bei CONMEBOL verklagt.

José Maria Marin
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In Abschiebehaft: Marin war bis April dieses Jahres Präsident des brasilianischen Verbandes. Medienberichte in Brasilien konfrontierten in mit Anschuldigungen wegen Korruption und angeblicher Veruntreuung öffentlicher Mittel in den 1970er und 1980er Jahren.

Rafael Esquivel
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In Abschiebehaft: Auch der Venezolaner Rafael Esquivel ist in Zürich festgenommen worden.

Julio Rocha
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In Abschiebehaft: Der Präsident der Nicaraguan Federation of Football (NFF), Julio Rocha (links), hier mit Fifa-Präsident Sepp Blatter. Er ist als FIFA-Entwicklungsmanager tätig und war früher Präsident des Verbands Zentralamerikas und Nicaraguas.

Der zuständige Staatsanwalt Kelly Currie hat eine Prüfung angekündigt, ob diversen Großbanken bewusst gewesen sei, dass sie beim Waschen von Schmiergeld geholfen hätten. Gegen keine der Banken gebe es dabei irgendwelche Anschuldigen, erklärte Currie damals. In der Anklageschrift fanden sich zwar die Namen diverser internationaler Geldhäuser, über die verdächtige Geschäfte abgewickelt wurden. Deutsche Institute waren allerdings nicht darunter.

Insidern zufolge liegt das daran, dass die Fifa für viele deutsche Häuser schon länger ein rotes Tuch ist. Mehrere Banker hatten Reuters im Juni gesagt, die Fifa stehe auf der „schwarzen Liste“ jener Institutionen, mit denen man keine Geschäfte mache, weil die Reputationsrisiken zu groß seien. Die Gefahr für den eigenen Ruf sei größer als der mögliche Ertrag.

Die USA haben unterdessen formal um die Auslieferung des ehemaligen südamerikanischen Fußballchefs Nicolás Leoz aus Paraguay ersucht. Der Antrag ging bei der Regierung ein und wurde an den Obersten Gerichtshof weitergeleitet, wie das Außenministerium am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Leoz' Anwalt Ricardo Preda sagte der Nachrichtenagentur AP, es gebe keine Frist für eine Entscheidung. Der Antrag müsse nicht sofort umgesetzt werden.

Der 86 Jahre alte Leoz war von 1986 bis 2013 Vorsitzender des südamerikanischen Fußball-Verbandes Conmebol. Er gehört zu den Beschuldigten im Skandal um den Weltverband Fifa. Unter anderem sollen bei der Vergabe Übertragungsrechte der Copa América mehrere Millionen Dollar an Bestechungsgeldern für Conmebol-Funktionäre geflossen sein. Leoz befindet sich aufgrund eines internationalen Haftbefehls seit Anfang Juni unter Hausarrest. Er hatte sich geweigert, einer Auslieferung in die USA in einem Schnellverfahren zuzustimmen.

Hauptsponsor verlangt unabhängige Untersuchung
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