Aufregender Pokal-Fight
Bayern kämpft Leverkusen nieder

Selten schien der FC Bayern so verwundbar wie vor dem Pokal-Viertelfinale gegen Leverkusen. Doch der Rekordmeister siegte verdient im Elfmeterschießen. Im Halbfinale wartet Borussia Dortmund.
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LeverkusenEs sollte ein Abend werden wie vor sechs Jahren, als Bayer Leverkusen die Bayern im Viertelfinale des DFB-Pokal mit 4:2 bezwang. Das war ein Abend, an dem alles passte. Und die Voraussetzungen waren auch heute gut, schließlich trat der Rekordmeister stark ersatzgeschwächt an. Doch es lief ganz anders als damals. Beide Mannschaften lieferten sich einen heißen Kampf über 120 Minuten - der auch viel früher hätte entschieden sein können, wenn Bayerns korrektes 1:0 durch Lewandowksi in der 60. Minute nicht zurückgepfiffen worden wäre. Mit dem besseren Ende für die Bayern, die nun im Halbfinale auf den BVB treffen.

Im Vergleich zum 1:0-Sieg in Dortmund in der Bundesliga am Samstag traten die Bayern mit einer Veränderung an: Für den verletzten Bastian Schweinsteiger rückte Mario Götze in die Startelf. Auf dem Papier ein wenig offensiver, aber abgesehen von Sebastian Rode gab es auch kaum Alternativen. Neben Rode saß auch Thiago auf der Bank, der in Dortmund nach seiner Einwechslung zwar imponierte, aber nur für sehr begrenzte Zeit Luft hat nach seiner langen Pause. Es fehlten unter anderem Ribery, Alaba und Robben.

Leverkusens Trainer Roger Schmidt hatte außer Robbie Kruse zwar keine Verletzten zu beklagen, konnte aber dennoch nicht aus dem Vollen schöpfen: Heung-Min Son fehlte rotgesperrt. Zudem ließ der Coach mit Hakan Calhanoglu einen weiteren Kreativspieler auf der Bank. Dort fanden sich im Vergleich zum überzeugenden 4:0-Bundesligasieg gegen Hamburg auch Jedvaj und Papadopoulos wieder, für die Hilbert und Spahic von Beginn an ran durften.

Die 30.200 Fans beider Lager verbreiteten im ausverkauften Oval schon vor dem Anpfiff eine tolle Pokalstimmung. Und das obwohl sie nicht viele Tore erwarten konnten: Beide Teams stellen schließlich mit Bernd Leno und Manuel Neuer die derzeit besten deutschen Torhüter und stabilsten Defensivreihen Deutschlands. Entsprechend geriet der Start wenig feurig, sondern taktisch-kontrolliert. Anders als in Dortmund setzten die Münchener auf viel Ballbesitz, die Gastgeber versuchten dagegen mit hohem Risiko steil zu spielen, wenn sie den Ball denn dann mal hatten. Defensiv stand Bayer gut und behalf sich im Zweifel mit Fouls.

Doch wie schnell aus dieser Gemengelage Gefährliches entstehen konnte, zeigte sich in der 12. Minute, als sich Lahms und Bellarabis Beine verhakten. Es hätte mit viel guten Willen Elfmeter für Leverkusen geben können, aber Schiedsrichter Felix Zwayer lag richtig, hier weiterspielen zu lassen. Dennoch waren die Gäste spätestens jetzt gewarnt: Die Werkself wartete listig auf Fehler der Münchener im Aufbauspiel und wirkte in dieser Phase zielstrebiger.

Bei den Bayern fehlte20 Minuten lang jeder Automatismus im schnellen Spiel nach vorne angesichts der ungewohnten Aufstellung: Die Quote der Fehlpässe in des Gegners Hälfte war zunächst sehr hoch. Einzig der zuletzt heiß gelobte Dreierkette bestehend aus Dante, Boateng und Benatia wirkte eingespielt. Im Zentrum fehlte Schweinsteiger an allen Ecken und Kanten – auch weil Lahm noch längst nicht wieder der Alte ist. Und auch der in Dortmund so bärenstarke Lewandowski war im ersten Durchgang gefühlt Lichtjahre von dieser Form entfernt. Als dann Benatia verletzungsbedingt für Rode wich, musste Guardiola auch noch umbauen: Alonso wich aus lauter Not in die Innenverteidigung. Zwar saß mit Badstuber ein gelernter Defensivakteur auf der Bank, aber der war bei weitem noch nicht fit genug für einen langen Einsatz.

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  • Hallo Herr Fischer,

    vielen Dank für Ihre Meinung. In der Tat komme ich eher aus dem Ruhrpott, wenn Sie verstehen, was ich meine. Und in der Tat habe ich an dem Bayern-Spiel in den ersten 20 Minuten ja auch kein gutes Haar gelassen. Natürlich ist man immer subjektiv und die Qualität von Torchancen kann man immer unterschiedlich bewerten: Wenn 20-Meter-Schüsse deutlich drübergehen oder dem Torwart in die Arme fliegen, ist das keine Großchance. Und für mich wurde Manuel Neuer nur einmal richtig gefordert, Bernd Leno deutlich häufiger. Zudem hat Bayern über weite Strecken viel mehr für das Spiel getan als die abwartenden Leverkusener.

    Ich gebe zu, dass ich vom FCB in diesem Spiel nicht so viel erwartet habe, wie sie vor allem in der ersten Hälfte der Verlängerung gezeigt haben. Vielleicht fällt mein Kommentar - und als solcher ist er ja zu verstehen - verhätnismäßig positiv aus.

    Beste Grüße,
    Thorsten Giersch

  • Sehr geehrte Herr Giersch,
    Sie sind Bayern Fan oder? Das merkt man dem Artikel sehr an, wenn man gestern das Spiel gesehen hat. Ich selbst bin Bayern Fan und habe mich gestern sehr gefreut, als es endlich vorbei war. Leverkusen war fast über die komplette erste Hälfte, wie auch nach der Drangphase der Bayern in der zweiten Hälfte, die Mannschaft mit den meisten Torchancen. Selbst der Artikel auf Fcbayern.de ist neutraler gehalten als dieser hier.

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