Aufsteiger
Bundesliga-Rückkehrer stocken ihre Etats kräftig auf

Die drei Aufsteiger Nürnberg, Mainz und Freiburg können sich freuen. Selbst wenn ihr Bundesliga-Gastspiel nur eine Saison dauern sollte, lohnt sich die Anwesenheit im Oberhaus. Eine neue Untersuchung zeigt: Auch kurze Erstligapräsenz verleiht einen gehörigen Schub, der lange nachwirkt. Wie die drei Aufsteiger ihre Saison in Angriff nehmen.

KÖLN. "Die Erstligazugehörigkeit ist extrem wichtig, um Strukturen und Rahmenbedingungen im Klub zu verbessern", sagt Stephan Schröder, Mitglied der Geschäftsleitung von Sport + Markt. Für das Handelsblatt hat die Sponsoringberatung die wirtschaftlichen Implikationen von Auf- und Abstieg analysiert. Ergebnis: Mit dem Schritt in die Eliteliga geht fast eine Verdopplung des Etats einher. "Vor allem durch die erhöhten Ausgaben für den Spielerkader bleibt jedoch wenig Spielraum für Rücklagen oder gar Gewinn", sagt Schröder.

Aufsteiger können und müssen schlagartig größere Brötchen backen: Die Media-Einnahmen steigen im Schnitt um 120 Prozent, die Einnahmen aus der Trikotwerbung um 75 Prozent. Zugleich wachse laut Sport + Markt das Zuschauerinteresse infolge der Aufstiegseuphorie um durchschnittlich 50 Prozent - und das, obwohl im Schnitt 20 Prozent mehr Eintritt verlangt wird.

Die entsprechenden Rückgänge bei einem Abstieg sind weniger gravierend: Minus 26 Prozent bei den Umsätzen, minus 40 Prozent bei der Trikotwerbung, minus 30 im Zuschauerinteresse und minus 15 bei den Ticketpreisen. "Nach einem Abstieg fällt man in der Regel finanziell nicht so hart. Ein Wiederaufstieg gelingt so auch wegen der verbesserten Rahmenbedingungen leichter", sagt Schröder. Das erklärt das Phänomen der Fahrstuhlmannschaften, die im Jahres- oder Zweijahrestakt zwischen denWelten pendeln - sich aber dabei wirtschaftlich auf einer Spirale nach oben bewegen. "Ökonomisch ist es absolut ratsam, nach einem Abstieg alles dranzusetzen, schnell wieder hochzukommen. Jeder Aufstieg lohnt sich immens und rechtfertigt ein kalkuliertes Risiko", so Schröder.

Nürnbergs Geschäftsführer Ralf Woy kann das für den "Club" bestätigen: Mit aller Macht wieder hoch - so lautete die Devise. "Wir haben letzte Saison sofort wieder auf Angriff gespielt und teure Erstligaspieler behalten. Zum Glück ist es gut gegangen und wir müssen nun nicht neu aufbauen." Für das Szenario eines erneuten Abstiegs kennt Woy nur ein Wort: "Katastrophe." Er räumt ein, dass ein Absteiger immerhin bessere Karten hat als der Rest der Zweitligisten, weil die TV-Gelder nach einem Dreijahres-Schlüssel und den aktuellen Leistungen verteilt werden. "Trotzdem rauschten die TV-Gelder nach unserem letzten Abstieg brutal von 14 auf sieben Millionen Euro runter." Zum Vergleich: Zweitligisten im Tabellenkeller müssen sich oft mit zwei bis drei Mio. Euro aus dem TV-Topf begnügen. "Jedes Jahr in der zweiten Liga bedeutet Substanzverlust", sagt Woy.

Seite 1:

Bundesliga-Rückkehrer stocken ihre Etats kräftig auf

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%