Auftakt gegen Ghana
Italien startet „Mission Titelgewinn“

Bei der WM in Deutschland greift heute (21.00 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) auch die italienische Nationalmannschaft ins Geschehen ein. In Hannover trifft die "Squadra Azzurra", die den Titel holen will, auf Ghana.

Trotz schlechter Stimmung wegen des Manipulationsskandals in der Heimat und anhaltender Verletzungssorgen ist Italiens Nationalspieler Francesco Totti von einem Sieg seines Teams im WM-Auftaktspiel überzeugt. Vor der Partie heute in Hannover gegen Ghana (21.00 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) hat der Superstar gegen seinen Klubkollegen Sammy Kuffour vom AS Rom einen nicht bekannten Betrag gesetzt. Der frühere Bundesliga-Profi Kuffour freut sich schon: "Nach dem Spiel werde ich mir das Geld abholen."

Totti-Einsatz ungewiss

Größtes Geheimnis bei den Italienern ist dagegen die Frage, ob Totti, Daniele De Rossi oder Alessandro Del Piero spielen werden. Nationaltrainer Marcello Lippi entschied sich immerhin trotz zunächst großer Zweifel nach dem Abschlusstraining am Sonntagabend, Totti auf jeden Fall gegen die Afrikaner zu bringen: "Totti wird spielen. Ich weiß nur noch nicht, ob ich ihn von Anfang an spielen lasse oder einwechseln werde." Dabei hatte der von einem Wadenbeinbruch genesene Totti den Coach bei der Generalprobe am vergangenen Freitag gegen die U19 des MSV Duisburg nicht überzeugt. "Er hat mir nicht gefallen", sagte Lippi vor der letzten Übungseinheit noch: "Ob er spielt, entscheide ich am Montag kurzfristig."

Totti, der seinen Fitness-Stand am Freitag auf "60 bis 70 Prozent" bezifferte, hatte sich vor Lippis Sinneswandel offenbar bereits mit seiner Reservisten-Rolle abgefunden. "Mir ist nicht wichtig, unser erstes Tor zu schießen", erklärte er trotzig: "Ich schieße lieber unser letztes." Konkurrent Alessandro Del Piero hatte in den Medien schon mal vorsorglich Alarm geschlagen: "Ich würde es nicht verstehen, wenn Totti spielen würde. Er ist nur bei 70 Prozent. Ich bin 100 Prozent fit." Die besten Chancen auf den freien Platz hat aber offenbar Tottis Klubkollege De Rossi.

"Eine WM ist immer etwas Magisches"

Der Titel ist das erklärte Ziel der Italiener, die seit 24 Jahren auf einen internationalen Erfolg warten. "Wir gehen mit viel Enthusiasmus ins Turnier", versicherte Lippi, der im Rahmen des Manipulationsskandals ebenso wie Kapitän Fabio Cannavaro und Torwart Gianluigi Buffon zum Verhör musste: "Eine WM ist immer etwas Magisches. Wir haben eine starke Mannschaft, und über Verletzungen habe ich mich noch nie beschwert."

Dabei fehlen dem Coach Gianluca Zambrotta und "Kampf-Zwerg" Gennaro Gattuso (beide Oberschenkelverletzung). Wie Totti ist auch Innenverteidiger Alessandro Nesta (Adduktorenverletzung) noch nicht vollkommen fit, soll aber spielen. Ohnehin setzen die für ihre Abwehrstärke bekannten Italiener diesmal auch auf die Offensive. Vor allem auf Luca Toni (AC Florenz), der als erster Spieler seit 47 Jahren mehr als 30 Tore in einer Serie-A-Saison erzielte (31), aber auch auf Alberto Gilardino, der für den AC Mailand immerhin 17-mal traf.

Vom Glanz des 4:1 am 1. März gegen Deutschland ist die "Squadra Azzurra" trotz 18 Spielen ohne Niederlage allerdings weit entfernt. Entsprechend forsch geht WM-Neuling Ghana in sein erstes WM-Spiel.

"Überraschung des Turniers werden"

"Wir können die Überraschung des Turniers werden", prophezeite Mittelfeldspieler Otto Addo vom FSV Mainz: "Ich traue uns den Sprung in die nächste Runde zu. Keiner erwartet etwas von uns, wir haben nichts zu verlieren."

Das betonte auch Trainer Ratomir Dujkovic. "Wir haben keine Angst. Wir sind stark genug, um die Gruppenphase zu überstehen. Und wenn wir das erstmal erreicht haben, reicht unser Potenzial vielleicht sogar fürs Halbfinale", sagte der Serbe: "Unsere Gruppe ist mit Italien, Tschechien und den USA sehr stark. Aber jedes Team wird leiden müssen, um Ghana zu schlagen." Das Motto der "Black Stars" fasste Kapitän Stephen Appiah zusammen: "Wir sind nicht hier, um die WM zu gewinnen, sondern um ein Zeichen zu setzen."

Addo wird ebenso wie der Wolfsburger Hans Sarpei wohl auf der Bank sitzen, einziger Bundesliga-Legionär in der Startformation dürfte der Dortmunder Stürmer Matthew Amoah sein.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%