Aus im DFB-Team: Kruses Kampf um die Karriere

Aus im DFB-Team
Kruses Kampf um die Karriere

Schutzsperre. So erklärt Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking die Abwesenheit Max Kruses vom Trainingsbetrieb. Der Stürmer war wegen Disziplinlosigkeit aus der DFB-Elf geflogen. Was Jogi Löw viel Kritik einbringt.

Wolfsburg, DüsseldorfMax Kruse hat sich in die größte Krise seiner Karriere manövriert - und dem VfL Wolfsburg ein kaum lösbares Dilemma beschert. Nach der Suspendierung vom Nationalteam ist auch Kruses Zukunft beim Fußball-Bundesligisten ungewiss. Der Club schirmte seinen Problem-Profi nach andauernden Negativ-Schlagzeilen über sein Privatleben am Dienstag ab, die Kommentare zu Kruses Zukunft fielen eher vorsichtig aus.

Kruse trainierte nicht mit dem Rest des Teams - als Schutzmaßnahme, nicht als Strafe, wie es hieß. „Wir sehen ja, was hier heute los ist. Das muss er nicht durchmachen“, sagte VfL-Coach Dieter Hecking nach der von ungewöhnlich vielen Medien-Vertretern beäugten Einheit.

Ansonsten blieb Wolfsburgs Coach vage. Auf die Frage, ob Kruse den Verein verlassen müsse, sagte Hecking: „Davon gehe ich im Moment nicht aus.“ Am Mittwoch soll der 28-Jährige wieder normal mit dem Team trainieren. „Alles andere werden wir weiter intern besprechen“, erklärte Hecking.

Ungefähr zeitgleich äußerte sich Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff in Berlin zu den neuesten Details aus Kruses Privatleben. „Es kommen allerlei Geschichten, Diskussionen und Themen nochmal zu Tage. Grundsätzlich ist es jetzt nicht verwerflich, wenn einer ein Video macht“, meinte Bierhoff mit Blick auf Gerüchte über ein seit Montagabend im Internet kursierendes privates Video von Kruse. Bierhoff verteidigte die Suspendierung aus dem DFB-Team vom Vortag: „Jetzt ist irgendwie der Bogen überspannt. Das kann man so nicht durchgehen lassen.“

Anlass für die Verbannung aus dem DFB-Team war, dass der Stürmer seinen 28. Geburtstag am Samstagabend in einem Berliner Club gefeiert hatte. Wie Kruse in der „Bild“-Zeitung erklärte, sei er auf der Feier mehrfach ungefragt fotografiert worden. Danach habe er einer Frau, die sich als Journalistin entpuppte, das Handy weggenommen und die Fotos gelöscht, so die Zeitung.

Auch VfL-Sportchef Klaus Allofs ist alles andere als glücklich über die jüngsten Entwicklungen, in Wolfsburg sind ihm aber in gewisser Weise die Hände gebunden. Denn der niedersächsische Champions-League-Viertelfinalist steckt in vielerlei Hinsicht in einem Dilemma. So sehr die Schlagzeilen über Kruses Privatleben die Clubführung auch nerven - ein Rausschmiss des Profis verbietet sich im Prinzip.

„Bei uns ist er Angestellter mit einem Arbeitsvertrag über mehrere Jahre und zum Nationalteam wird man berufen“, sagte Allofs: „Das ist eine grundverschiedene Arbeitssituation.“ Ein Rausschmiss aus der DFB-Auswahl ist juristisch problemlos umzusetzen.

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