Ausbau der Verkehrs- und Infrastruktur
Brasilien rüstet sich für Fußball-WM 2014

Bis zur Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land bleiben Brasilien zwar noch sechs Jahre. Doch schon jetzt buhlt das Land um deutsche Investoren, die bis zum Anpfiff 2014 milliardenschwere Großprojekte realisieren sollen. Brasiliens Appell: Mehr Investitionen im Bereich der Verkehrs- und Infrastruktur.

BERLIN. "Die Gelegenheit ist sehr günstig, und die Chancen stehen gut", sagte Brasiliens Botschafter in Deutschland, Luiz Felipe de Seixas Corrêa, am Donnerstag in Berlin. Am Sonntag beginnen in Köln die 26. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage. Brasilien werde bis 2010 insgesamt rund 200 Mrd. Dollar (135 Mrd. Euro) vor allem in Verkehrswege, Stromversorgung, Wohnungsbau und Kanalisation investieren. Es gebe deshalb große Möglichkeiten für ein intensiveres deutsches Engagement.

Deutschland gehört zu den Hauptimportländern Brasiliens und konnte die Ausfuhren im vergangenen Jahr um 33 Prozent auf über acht Mrd. Dollar (5,4 Mrd. Euro) steigern. Damit ist Brasilien Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in Lateinamerika. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Staaten hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf über 15 Mrd. Euro im Jahr 2007 nahezu verdoppelt. Brasilien gilt zurzeit als stabilstes der sogenannten Bric-Länder. Das Kürzel steht für die besonders dynamischen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China.

"Eine stabile Wirtschafts- und Finanzpolitik, ein Investitionsprogramm von über 200 Mrd. Euro bis 2010 und die jüngsten positiven Bewertungen der Ratingagenturen Fitch und Standard & Poor?s lassen in Zukunft umfangreiche Investitionen deutscher Unternehmen in Brasilien erwarten", sagte Beatrice Kühne, BDI-Abteilungsleiterin Internationale Märkte.

Als besonders interessant für deutsche Investoren wertete Kühne die zwischen Rio de Janeiro und São Paulo geplante, rund 400 Kilometer lange Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke. Nur eineinhalb Stunden soll der Zug brauchen, um von der Copacabana ins pulsierende Wirtschaftszentrum São Paulo zu gelangen. Die Trasse müsse schnell gebaut werden, drängte der brasilianische Botschafter am Donnerstag. Anfang 2009 wird das Projekt ausgeschrieben, spätestens zur WM sollen die Züge rollen.

Viele deutsche Großunternehmen profitieren schon jetzt von der wirtschaftlichen Schlagkraft Brasiliens. Der Volkswagen-Konzern teilte am Donnerstag mit, er verkaufe in der aufstrebenden Volkswirtschaft mittlerweile mehr Autos als in Deutschland. Auch Thyssen-Krupp baut mit einem Investitionsvolumen von 3,4 Mrd. Dollar ein Stahlwerk in Rio und ist damit nicht nur für 3 500 neue Arbeitsplätze, sondern auch für die größte ausländische Investition seit zehn Jahren verantwortlich.

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