Auslandsvermarktung: Wie die Bundesliga erstklassig werden will

Auslandsvermarktung
Wie die Bundesliga erstklassig werden will

Verkehrte Welt abseits des Platzes: 560 Millionen Euro erlöst die Premier League im Ausland, nur 73 Millionen schafft die Bundesliga. Kurz vor dem Rückspiel Arsenal gegen Bayern schließt die DFL einen neuen TV-Deal ab.
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Düsseldorf/BerlinEin Geniestreich müsste der FC Arsenal am Abend hinlegen. Nach dem 0:2 im heimischen Stadion haben die Gunners am heutigen Dienstag im Rückspiel beim FC Bayern kaum noch Chancen, das Viertelfinale in der Champions League zu erreichen.

Ähnlich wie Arsenal hatten auch die anderen Klubs von der Insel in den Hinspielen der Königsklasse wenig zu lachen. Nur der FC Chelsea kann auf die nächste Runde hoffen. Die Chancen von Manchester United und Manchester City aufs Weiterkommen sind eher gering.

Doch im Gegensatz zum schlechten sportlichen Abschneiden ist Fußball-England aber in einem anderen Punkt hingegen unangefochten Spitze: bei der Auslandsvermarktung der heimischen Premier League. Keine andere Topliga ist weltweit auf allen Kontinenten so präsent – und das schon seit Jahrzehnten. Rund 560 Millionen Euro erlöst die englische Liga laut der Wirtschaftsprüfungsfirma Deloitte & Touche jährlich aus der Auslandsvermarktung.

Die Briten steigerten damit ihre Einnahmen in den vergangenen drei Jahren um sagenhafte 87 Prozent. Zum Vergleich: Die Bundesliga erlöste 2012/13 rund 72 Millionen Euro und legte damit um 53 Prozent zu. Sie liegt damit im europäischen Ranking allerdings immer noch abgeschlagen auf Platz vier hinter Spanien (150 Millionen) und Italien (117 Millionen).

Diese Rangfolge könnte sich aber bald ändern, denn in der globalen Vermarktung hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) jüngst einen wegweisenden Coup mit Rupert Murdoch gelandet. Ab der Saison 2015/16 werden die Spiele von Klubs wie FC Bayern, Schalke 04, Hertha BSC, 1899 Hoffenheim und Mainz 05 in allen Ländern Nord-/Lateinamerikas und in fast allen Ländern Asiens sowie in Italien, den Niederlanden und Belgien im globalen Sendernetzwerk von 21st Century Fox zu sehen sein.

Geschätztes Einnahmevolumen: 140 Millionen Euro. „Das ist für uns ein grandioser Schritt nach vorne“, sagt Jörg Daubitzer, Chef der DFL Sports Enterprises.

Insgesamt umfasst der Deal die Auswertung der DFL-Spiele in 80 TV-Märkten auf vier Kontinenten. Die Partnerschaft nützt beiden Seiten. „Die Bundesliga hat sich sowohl auf dem Platz als auch unternehmerisch zu einer der führenden Ligen im Weltfußball entwickelt“, erklärt James Murdoch, stellvertretender Geschäftsführer von 21st Century Fox.

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