Ausraster
Der unrühmliche Abgang des Zidane

Das Letzte, was die Zuschauer von Zinedine Zidane gesehen haben, war sein einsamer Gang hinunter in die Katakomben des Berliner Olympiastadions. So unrühmlich endete die Karriere von Frankreichs Superstar in der 111. Minute des WM-Endspiels. Ein Ausraster hatte Zidane die rote Karte eingebracht. Sein Trainer zeigte Verständnis und kritisierte das Opfer.

HB BERLIN. Die Bühne war bereitet für einen der Größten, den der Fußball jemals hervorgebracht hat. Zinedine Zidane wollte sich in seinem zweiten WM-Finale nach 1998 zum zweiten Mal zum Weltmeister krönen und in seinem letzten Spiel seiner Karriere als WM-Champion abtreten. Doch daraus wurde nichts.

In der Verlängerung des Endspiels der Weltmeisterschaft hatte der Kapitän der Franzosen dem italienischen Verteidiger Marco Materazzi seinen Kopf gegen die Brust gerammt. Schiedsrichter Horacio Elizondo zeigte Zidane daraufhin nach Rücksprache mit seinen Assistenten die rote Karte. Vor dem Kopfstoß war es zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen Zidane und seinem Gegenspieler gekommen.

Trainer Raymond Domenech sagte, der Platzverweis sei der spielentscheidende Moment gewesen. Staatspräsident Jacques Chirac würdigte dennoch die fußballerische Leistung Zidanes, der angekündigt hatte, nach der Partie seine Karriere als Fußball-Profi zu beenden.

Das Foul wurde zunächst vom Schiedsrichter nicht bemerkt. Italiens Torwart Gianluigi Buffon machte den Linienrichter aber auf die Tätlichkeit aufmerksam. "Ich hab' gedacht, das muss jetzt einfach mal sofort gesagt werden", sagte Buffon in der ARD. Zidane habe Materazzi schließlich nicht im Affekt gefoult. Der vierte Offizielle bestätigte dem Unparteiischen die Tätlichkeit.

Mit gesenktem Haupt verließ Zidane den Platz, verschwand in den Katakomben des Stadions und kehrte auch zur Vergabe der Medaillen an seine Mannschaft nicht mehr zurück.

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