Australien schlägt sich tapfer
„Selecao“ von Zauberei noch weit entfernt

Die brasilianische Fußball-Nationalmannschaft hat sich durch einen 2:0 (0:0)-Sieg über Australien bereits vor dem letzten Gruppenspieltag für das Achtelfinale qualifiziert. Doch die Zauberer vom Zuckerhut scheinen bei der WM plötzlich zu Minimalisten zu werden.

MÜNCHEN. Carlos Alberto Parreira Parreiro trägt wohl die größte Bürde aller Nationaltrainer bei dieser WM. Schließlich ist Brasilien der größte Favorit auf den Titel. Doch das schert ihn nicht besonders, schließlich hat der 63-jährige Trainer 1994 mit der Selecao schon einmal die Weltmeisterschaft gewonnen. Außerdem galt seine Elf mit Abstand als die weltweit beste. Bis zum Spiel gegen Kroatien, in dem Brasilien so schlecht spielte wie seit langer Zeit nicht mehr. Doch auch das scherte Parreira nicht weiter. Gestern gegen Australien in der mit 66 000 Zuschauern ausverkauften Münchner WM-Arena vertraute er exakt der gleichen Startelf wie im ersten Gruppenspiel.

Parreira stellte auch Ronaldo auf, der sich im ersten Spiel praktisch überhaupt nicht bewegt hatte. Die Zuschauer feierten seine Aufstellung mit lautstarken "Ronaldo"-Rufen. Die Fans sind ihm offenbar nicht böse. Und tatsächlich: Der Stürmer von Real Madrid bemühte sich. Er dribbelte, schoss, passte und rannte sogar über den Platz. Doch richtig rund lief es nicht bei ihm. Die Koordination passte einfach noch nicht so richtig. Der Ball war noch nicht wirklich sein Freund.

Richtig rund lief es auch im gesamten Spiel der Brasilianer lange Zeit nicht. Wie schon gegen Kroatien spielte die Mannschaft behäbig und ganz selten mal schnell. Oft verloren sie den Ball an irgendeinen Spieler ihn der von Trainer Guus Hiddink taktisch sehr gut eingestellten Australier verlor. Das passierte erneut auch Weltfußballer Ronaldinho vom FC Barcelona mehr als einmal. Doch am Ende kam es wie so oft: Brasilien gewann doch. Der Kräfte schonende Ergebnisfußball hatte sich ausgezahlt: 2:0 hieß es am Ende für Brasilien. Die Tore schossen Adriano (49.) von Inter Mailand und der eingewechselte Fred von Lyon (90.).

In der ersten Halbzeit ließen die Australier gerade einmal zwei halbe Torchancen zu: Ronaldinho hob den Ball aus 18 Metern über die australische Abwehr auf Ronaldo, doch als er schoss, blockte Craig Moore von Newcastle den Ball mit einer Grätsche ab (28.) und Ronaldo traf den Ball nach einem Pass von Kaka aus guter Position nicht richtig (37.). Kaka, Mittelfeldregisseur vom AC Milan, war bei den Brasilianern mal wieder Antreiber Nummer 1.

Die Australier, die das Mittelfeld und die Abwehr geschickt zustellten, wagten sich zwar auch nach vorne, doch sie waren zu zaghaft, um zu ernsten Torchancen zu kommen. Gefährlich war vor der Pause so nur ein Weitschuss vom eingewechselten Marco Bresciano von Parma. Doch der Ball strich knapp über die Latte hinweg. Bresciano war für Tony Popovic gekommen. Der Abwehrspieler von Crystal Palace in England war auf dem Platz einfach umgekippt - offenbar ein Schwächeanfall. Das Tor zum 1:0 kurz nach der Pause tat dem Spiel gut. Ronaldo hatte auf Adriano gepasst, der unbedrängt unten rechts einschießen konnte.

Seite 1:

„Selecao“ von Zauberei noch weit entfernt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%