Ausverkauftes Olympiastadion
DFB-Pokalfinale als Generalprobe für WM-Sicherheit

Ein ausverkauftes Olympiastadion wird den Berliner Sicherheitskräften am Samstag einen Eindruck vom WM-Finale im Juli vermitteln. Auch sollen schon einige WM-Sicherheitskonzepte angewandt werden.

Die Berliner Sicherheitskräfte können sich am Samstag schon einmal ein Bild von der möglichen Situation bei den Spielen der Weltmeisterschaft machen. Rund 75 000 Zuschauer werden dann zum 63. DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und Eintracht Frankfurt (20.00 Uhr/live im ZDF) an den Ort strömen, wo am 9. Juli das WM-Finale ausgetragen wird.

Rund 20 000 Fans aus jedem Lager bedeuten ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Der Deutsche Fußball Bund (DFB) "hat ein Auge darauf", wie es aus der Sicherheitsabteilung heißt. Doch die Erfahrung zeigt, dass Pokalendspiele sich zumeist als Fußballfeste ohne gewalttätige Auseinandersetzungen entpuppen.

Frühzeitige Trennung der Fanlager

Dennoch bemüht man sich am Samstag vorsichtshalber um die frühzeitige Trennung der Fanlager. Der Verband schickte entsprechende Empfehlungen an die Vereine. So sollen die Anhänger des Titelverteidigers aus München, die vorwiegend in der Ostkurve platziert werden, mit der U-Bahn zum Stadion reisen. Die Fans der Eintracht sollen dagegen nach Möglichkeit die S-Bahn nutzen, um zum Südtor zu gelangen, von wo aus sie weitergeleitet werden. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Kein Aufeinandertreffen der Fans in öffentlichen Verkehrsmitteln und auch nicht im Stadionbereich.

Doch zwingend sind diese Anordnungen im Vergleich zu einem WM-Spiel keineswegs. Bei der Weltmeisterschaft werden bereits an den Flughäfen und Bahnhöfen Leitsysteme greifen, die besonders bei Partien mit erhöhtem Sicherheitsrisiko für eine strikte Trennung der Fans sorgen soll.

Eine Rundum-Besichtigung des Olympiastadions zu Fuß wird bei der Weltmeisterschaft dann auch nicht mehr möglich sein, weil die Arena in einzelne Sektoren unterteilt wird. Das ist am Samstag anders. Wer mag, darf einmal herumlaufen. Niemand wird einen Bayern-Fan daran hindern, mit dem Trikot von Michael Ballack hinter dem Frankfurter Fanblock entlangzuschlendern.

Noch keine WM-Sicherheitsstandards am Samstag

Auch im Stadion selbst wird es noch keine WM-Sicherheitsstandards geben. Die 30 Notbrücken, die den 2,70 Meter tiefen und 1,80 Meter breiten Reportergraben überwindbar machen sollen, werden erst am 24. Mai installiert. "Eine frühere Fertigstellung der Brücken ist zeitlich gar nicht möglich", sagt Detlef Reichenbacher, Technischer Leiter des Stadions.

Durch die Länge der Veranstaltung, die bereits am Nachmittag mit dem Frauenfinale zwischen Turbine Potsdam und dem 1. FFC Frankfurt beginnt, bereiten die Einlasskontrollen in der Regel nur wenig Schwierigkeiten. "Das Pokalfinale ist immer eine Herausforderung. Aber es ist angenehm, dass die Fans nicht in letzter Minute eintrudeln werden", sagt Stadionmanager Peter von Löbbecke. Außerdem sind die Tickets nicht personengebunden, was eine erhebliche Erleichterung bei der Kontrolle bedeutet.

DFB ordert 905 zusätzliche Ordnungskräfte

Trotz des verhältnismäßig friedlichen Charakters des Endspiels hat der DFB neben dem mit 600 Beamten recht großen Polizeiaufgebot auch 905 Ordnungskräfte geordert. Die Faustformel lautet bei Bundesligaspielen ein Ordner pro 100 Fans, was bei einem ausverkauften Olympiastadion 750 Ordner bedeuten würde. Der DFB sieht die erhöhte Zahl allerdings eher als Serviceleistung als eine Sicherheitsmaßnahme an. Viele Besucher werden erstmals in der Arena zu Gast sein.

Den WM-Ernstfall proben kann der DFB wegen gänzlich unterschiedlicher Voraussetzungen also nur bedingt. "Wir sehen das Finale nicht als Generalprobe für die WM an, sondern als unsere ganz eigene Veranstaltung", sagt Oliver Gerst aus der DFB-Presseabteilung.

© SID

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