Ballack im Mannschaftstraining ohne Probleme
Die „Lokomotive“ meldet sich zurück

Im zweiten WM-Vorrundenspiel gegen Polen am Mittwoch wird Michael Ballack wieder mit der deutschen Nationalmannschaft auf dem Platz stehen. "Ich gehe davon aus, dass er spielt", sagte Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

HB BERLIN. 25 Fernsehkameras, drei Dutzend Foto-Objektive und eine Hundertschaft Reporter - nicht einmal das kleinste Zucken von Michael Ballack blieb beim Trainings-Härtetest des deutschen Kapitäns unbeobachtet. Jeder Schuss mit rechts, jede Dehnung der Waden- Muskulatur, erst Recht ein Griff an die Stutzen wurde am Montag von den Tele-Objektiven herangezoomt und tausendfach abgelichtet. Ein Fußballer auf dem Laufsteg - unter dem Brennglas der Öffentlichkeit: "Ich bin froh, dass ich wieder mittrainieren konnte", sagte ein mit sich selbst zufriedener WM-Proband Ballack hinterher.

"Ich freue mich auf Mittwoch", ergänzte der Mittelfeldstar. Dann sollen ihm über 60 000 Zuschauer und Mill. vor den Bildschirmen gegen Polen wieder bei der fußballerischen Arbeit zusehen.

Bei der Probe für den Ernstfall betrat der Mann mit der "Wade der Nation" um 10.22 Uhr den Platz auf dem Trainingsgelände von Hertha BSC - knapp 90 Minuten später war der angekündigte Härtetest vorbei und auch offiziell geglückt. Denn der wichtigste Beobachter, der erst am Spielfeldrand und später im Schatten der Tribüne jede Bewegung aufsaugte, reckte den Daumen in die Höhe. "Ich hatte ständig ein Auge drauf", sagte Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nach Trainingsende der dpa. "Das sah sehr gut aus."



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Der Leitwolf ist zurück in seinem Revier - und der Blick von Michael Ballack geht nur noch ungern zurück auf das verpasste Eröffnungsspiel und den Konflikt mit dem Bundestrainer. "Ich hoffe, dass wir noch wichtigere Spiele bei dieser WM haben werden", sagte Ballack optimistisch. Die bilateralen Beziehungen zu Jürgen Klinsmann wurden wie bei Staatsmännern auch nach Außen für jeden sichtbar gepflegt. Schon nach dem Aufwärmen suchte Klinsmann die Nähe zum Kapitän. Mitten auf dem Platz kam es zum Vier-Augen-Gespräch. 90 Sekunden sind nicht lang - aber für Fotos in der Zeitung und Bilder ans Fans-Volk an den heimischen TV-Geräten allemal lang genug.

Der Disput um die überraschende Fitmeldung des Kapitäns vor dem Spiel gegen Costa Rica, die der Bundestrainer ignorierte, soll nicht mehr das Thema sein. "Sollte ich ihn anlügen?", meinte Ballack: "Was da reininterpretiert wird, ist nicht meine Sache."

Beim Einüben der offensiven Lauf- und Passwege musste sein Platzhalter Tim Borowski gleich wieder für ihn weichen, bei den heiß umkämpften Übungsspielen Fünf gegen Fünf am Ende landete er erst mehrmals auf dem Hosenboden, ehe er sich als Chef zurückmeldete: Beobachtet von Mitspielern, Trainern und Betreuern verwandelte er einen Elfmeter: Torhüter Jens Lehmann flog nach links ins Leere, der Ball zappelte oben rechts im Eck. Geschossen hatte Ballack natürlich mit dem vorher lädierten rechten Bein - entgangen war das keinem.

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