Ballack und Frings
Zwei Sechser im Mittelfeld

Den Erfolg im Spiel gegen Argentinien verdankt die deutsche Elf nicht nur der in letzter Zeit so hoch gelobten Offensive. Im defensiven Mittelfeld zeigten zwei Spieler, dass sowohl sie selbst als auch die deutsche Mannschaft noch nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen sind.

HB BERLIN. Der von Krämpfen gepeinigte Kapitän Michael Ballack war der Chef auf dem Platz, doch in seinem Rücken verrichtete sein Adjutant Torsten Frings noch größere Arbeit. Im defensiven Mittelfeld absolvierte der Bremer ein unglaubliches Laufpensum, steigerte sich in einen wahren Zweikampf-Rausch und war so die Ober-Spaßbremse für Argentiniens später ausgewechselten Spielmacher Juan Román Riquelme. "Torsten Frings hat unheimlich viel abgeräumt und war immer da, wenn Riquelme angespielt wurde. Er hat über 120 Minuten versucht, aggressiv zu sein, und hat ein sehr, sehr starkes Spiel gemacht", lobte ausgerechnet der zum Spieler des Spiels gekürte Ballack den wichtigsten Helfer an seiner Seite. Der Assistent erwiderte die Dankesrede des Anführers gleich am Samstag. "Da brauche ich nicht nur Michael hervorzuheben, sondern die komplette Mannschaft."

Sowohl Ballack als auch Frings hatten sich in dem hochspannenden Viertelfinal-Krimi körperlich aufgerieben. Ballack ging dabei derart an die physische Grenze, dass er in der Verlängerung sogar auf einem Bein zur Seitenlinie hüpfen musste, wo er wegen Muskelkrämpfen minutenlang behandelt werden musste. "Ich hatte frühzeitig schon Krämpfe. Wir hatten schon drei Mal gewechselt, aber ich wollte auch unbedingt durchspielen", schilderte der 29-Jährige seine Leiden.

Im taktischen Geduldsspiel gegen den zweimaligen Weltmeister aus Südamerika behielten die Deutschen nicht nur wegen ihrer Nervenstärke im Elfmeterschießen und ihres Kampfgeists die Oberhand, sondern auch dank der Doppel-Sechs im Mittelfeld. Ballack & Frings machten die Räume in der Schaltzentrale im Mittelfeld eng und unterbanden so das gefährliche Passspiel gerade von Riquelme - ein Grundstein für den Einzug unter die besten Vier. "So wie die Mannschaft gefightet hat, war es die logische Folge, dass wir die Glücklicheren waren im Elfmeterschießen", kommentierte Ballack.

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