Fußball
Ballack will sich für Entscheidung Zeit nehmen

Nach seinem Urlaub hat Michael Ballack zu den Diskussionen um die Vertragsverhandlung mit Bayern München erklärt, dass ihn "niemand unter Druck setzt". Manager Uli Hoeneß will aber keinesfalls das Gehaltsgefüge sprengen.

Bislang konnte Michael Ballack die Diskussionen über seine Zukunft nach der WM 2006 in Ruhe aus der Ferne beobachten. Doch auch nach seinem Urlaub will sich der Kapitän des deutschen Meisters Bayern München bei seiner Entscheidung nicht von der Vereinsführung unter Druck setzen lassen. Gut erholt und braun gebrannt nach drei Wochen auf Sardinien nahm der Mannschaftsführer der deutschen Nationalelf am Mittwoch das Training beim Doublesieger auf.

"Im Urlaub habe ich drei Wochen lang alles von mir gewiesen. Ich habe extra zwei Handys im Wasser versenkt, so dass ich selbst für meinen Berater nicht erreichbar war", erklärte der 28-Jährige.

Wichtige Entscheidung für alle Beteiligten

Von den Forderungen seines Trainers Felix Magath sowie des Bayern-Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge nach einer baldigen Lösung der Vertragsfrage zeigte sich Ballack unbeeindruckt. "Die ganze Diskussion hat in der Sommerpause eine gewisse Dynamik angenommen. Aber mich setzt niemand unter Druck, und das Gefühl habe ich auch nicht", stellte der Vize-Weltmeister von 2002 klar: "Das ist eine sehr wichtige Entscheidung für den Verein und für mich, deshalb sollte sie sehr gut überlegt sein. Das kann noch ein paar Tage, ein paar Wochen oder auch ein paar Monate dauern. Das Schöne ist, dass ich in der Situation bin, wählen zu können."

Magath hatte gefordert, dass eine Entscheidung frühzeitig fallen müsse, "da wir uns möglicherweise nach Ersatz umsehen müssen". Rummenigge hatte in der Sport-Bild erklärt: "Ich bin optimistisch, dass wir zügig eine Lösung finden werden. Spätestens Ende August wissen wir, ob wir´s hingekriegt haben oder nicht."

Der Vorstands-Chef sieht "wirklich eine ordentliche Chance, dass der Michael einen längerfristigen Vertrag unterschreibt". Ballack dagegen gab kein klares Bekenntnis zu den Bayern ab. "Aber die Möglichkeit, dass ich hier verlängere, ist durchaus groß. Schließlich fühle ich mich sehr wohl."

Sofortigen Wechsel ausgeschlossen

Zumindest einen sofortigen Wechsel schloss der angeblich von Real Madrid, Manchester United und Dynamo Moskau umworbene Mittelfeld-Star aus. "Es ist mein erklärtes Ziel, dass ich mindestens bis 2006 hier spiele, und davon gehen wir alle aus. Der FC Bayern hat große Ziele, und da möchte ich dabei sein", sagte Ballack und versicherte: "Ich spiele bei einem absoluten Topklub, und das weiß ich zu schätzen."

Ob die finanziellen Forderungen des zweimaligen "Fußballer des Jahres" und seines Beraters Michael Becker mit den Vorstellungen des deutschen Rekordmeisters vereinbar sind, scheint jedoch derzeit noch fraglich. Rummenigge versprach, "dass wir uns bis zur Decke strecken werden. Ich hoffe, dass sie nicht zu hoch ist".

Hoeneß will es nicht Dortmund nachmachen

Derweil stellte Manager Uli Hoeneß ("Es kann der Punkt kommen, an dem wir nein sagen.") unmissverständlich klar, auch für seinen Superstar nicht das Gehaltsgefüge durcheinanderbringen zu wollen. "Wir haben ein Gehaltssystem. Wenn wir das sprengen, dann will jeder Spieler das Doppelte kassieren. Und es passiert das, was in Dortmund passiert ist: Wir sind pleite", sagte Hoeneß der Bild-Zeitung: "Ich kann nicht einem das Gehalt von vier auf zehn Mill. erhöhen und andere von einer Million auf 800 000 drücken."

Den Blick für seine möglicherweise letzte Saison in Deutschland hat Ballack noch nicht auf die WM gerichtet, "auch wenn die ein krönender Abschluss ist. Aber nur, wenn man sich auf die Tagesarbeit im Verein konzentriert, kann man das entsprechende Niveau erreichen, um auch in der Nationalmannschaft zu überzeugen."

© SID

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