Ballack zeigt Trotzreaktion
Vom Versager zu „everybodys darling“

dpa LONDON. Nur zwei Tage nach der heftigen Medienschelte in England hat Michael Ballack die Antwort auf dem Platz gegeben. Nach seinem Siegtor beim 1:0-Erfolg des FC Chelsea bei den Bolton Wanderers ballte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft die Fäuste und schrie die ganze Anspannung heraus.

„Ballack ist ein Diamant für Chelsea“, schrieb prompt der „Daily Telegraph“. Keinen Grund zum Jubel hatte hingegen Jens Lehmann. Der Nationaltorwart kassierte mit dem FC Arsenal die zweite Niederlage in Folge und sah bei einem Gegentor schlecht aus. Tabellenführer der Premier League bleibt Manchester United (38 Punkte) vor Chelsea (35).

Chelsea-Trainer José Mourinho, der Ballack vergangene Woche noch selbst kritisiert hatte, verteidigte diesmal seinen Star: „Ballack hatte die Kritik nicht verdient, denn er spielt normalerweise gut. Er ist eine Stütze unserer Mannschaft und hat heute gezeigt, welch ein toller Teamspieler er ist“, meinte der Portugiese. „Ballack war entscheidend. Nicht nur mit dem Siegtor, sondern auch, wie er den Ball gehalten, Druck ausgeübt und sich die Lufthoheit erkämpft hat.“ Der 30-Jährige erzielte sein drittes Saisontor per Kopf nach einem Eckball von Frank Lampard (45.).

Angesichts des unveränderten Drei-Punkte-Rückstands auf Manchester United griff Mourinho in die psychologische Trickkiste. „Manchester hat in der Rückrunde deutlich schwerere Spiele als in der Hinserie vor sich. Jetzt ist es an der Zeit, Druck auf Manu auszuüben.“ Doch der Tabellenführer gab sich gegen Everton keine Blöße. Mit Blick auf das Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon schonte Trainer Alex Ferguson fünf Leistungsträger. Ronaldo (39.), Evra (63.) und O'Shea (89.) trafen zum 3:0 für die „Roten Teufel“, die aus den vergangenen neun Spielen 25 von 27 möglichen Punkten holten.

Lehmann hat sich mit dem FC Arsenal angesichts von 16 Punkten Rückstand auf Manchester endgültig aus dem Titelrennen verabschiedet. Bei der 1:2-Pleite im Londoner Derby beim FC Fulham machte die deutsche Nummer 1 beim ersten Gegentor eine unglückliche Figur. Der Kopfball von Mcbride (6.) flutschte Lehmann förmlich durch die Finger.

„Wir wissen, dass Lehmann Probleme hat, wenn man ihm beim Eckball einen Mann vor die Füße stellt“, sagte der frühere englische Nationalstürmer Alan Shearer als TV-Kommentator im Studio. Bereits am vergangenen Wochenende hatte der 37-jährige Deutsche einen ähnlichen Treffer gegen Bolton kassiert. Nach dem frühen 2:0 von Radzinski (19.) konnte van Persie (37.) nur noch verkürzen. Für Fulham war es der erste Sieg über Arsenal seit über 40 Jahren.

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