Barcelona auf Talfahrt
Der iberische FC Bayern

Beim FC Barcelona liegen die Nerven blank. Sie wollten alle Titel - und stehen nun am Saisonende möglicherweise mit leeren Händen da. Nach einem neuerlichen Patzer in der Primera Division droht „Barça“ nun zum FC Bayern von Spanien zu werden. Ein Klub mit großen Ambitionen, aber ohne Titel.

HB BARCELONA/MADRID. Nach dem Aus in der Champions League und im spanischen Pokal befindet sich der FC Barcelona auf dem besten Weg, auch noch die Meisterschaft in der Primera Divison zu verspielen.

Nach dem mageren 1:1 gegen das abstiegsgefährdete Betis Sevilla zog nicht nur Erzrivale Real Madrid am Titelverteidiger vorbei an die Tabellenspitze, die Mannschaft von Trainer Frank Rijkaard musste sich auch noch erhebliche Kritik gefallen lassen. „Der Untergang. Außer bei Puyol und Eto'o hatte man nicht das Gefühl, dass jemand wusste, worum es geht“, schrieb die Zeitung El Mundo Deportivo aus Barcelona.

„Der Nou Camp hat sich geschämt. Barca erlebt den Zorn der Fans“, war in Marca zu lesen. „Wie versteinert“, so die Zeitung SPORT, schlichen Ronaldinho und Co. vom Platz, nachdem Rafael Sobis vor 77.747 Zuschauern im Estadio Nou Camp in der 89. Minute die frühe Führung durch Ronaldino (5.) ausgeglichen hatte.

Es war nach dem peinlichen 0:4 im Pokal-Halbfinale gegen den von Bernd Schuster trainierten FC Getafe innerhalb von vier Tage der zweite Rückschlag für das Starensemble aus Katalonien. Dennoch wählte Rijkaard leise Töne. Natürlich seien alle sehr enttäuscht und niedergeschlagen. Aber die Leistung sei gut gewesen, man habe eben nur nicht gewonnen, meinte der Niederländer. Vielmehr bemühte der Coach von Barca die üblichen Durchhalteparolen. „Wir werden die Köpfe nicht hängen lassen. Wir müssen unseren Stolz wiederfinden und nach vorne blicken“, sagte Rijkaard.

Vier Spieltage stehen in Spanien noch auf dem Programm, wobei es Barcelona nicht mehr selbst in der Hand hat, den Titel zu verteidigen. Bei Punktgleichheit zählt in der Primera Division der direkte Vergleich - und den hat Real in dieser Saison bereits für sich entschieden (3:3/2:0).

Während in Barcelona entsprechender Frust vorherrscht, war die Freude bei Real über den unerwarteten Ausrutscher des Konkurrenten um so größer. „Wir haben ganz ehrlich nicht damit gerechnet, dass Barca stolpert. Aber jetzt liegt es an uns. Wir sind auf einem guten Weg, Meister zu werden“, sagte Gonzalo Higuain. Der 19 Jahre alte Argentinier hatte in einem packenden Spiel gegen Espanyol Barcelona mit seinem Treffer zum 4:3 in der 89. Minute für den Sieg der Könglichen und den Sprung an die Tabellenspitze gesorgt. Wie wichtig der Treffer für ihn und den Verein war, machte Higuain anschließend deutlich: „Lieber so ein Tor als eine wilde Nacht mit Pamela Anderson.“

Für Real eröffnet sich durch den Patzer von Barcelona und der eigenen Aufholjagd in den vergangenen Wochen nun doch noch die Möglichkeit, eine eigentlich schon abgehakte Saison versöhnlich abzuschließen. Unklar ist allerdings nach wie vor die Situation um Trainer Fabio Capello. Der Italiener galt nach dem Aus in der Champions League gegen Bayern München bereits als entlassen, hat nun offenbar aber wieder etwas bessere Karten. Nach der Saison wollen sich die Real-Verantwortlichen mit Capello über die Zukunft verständigen.

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