Basketball Bundesliga experimentiert bereits mit Online-Bildern
Die Wackelbilder und die Angst vor mehr

Amateur-Videos im Internet stellen Sportligen vor neue Herausforderungen.

DÜSSELDORF. Ein strubbelig frisierter Moderator, dann ein leerer Stuhl, dreckiges Kichern ist zu hören. 38 Sekunden lang ist das Filmchen im Internet, das nur erwähnenswert wäre für die Leser des Fußball-Weblogs Fanfaktor. Dessen Macher von der Online- und PR-Agentur Construktiv aus Bremen wollten nur darauf hinweisen, dass es ihre Kommentare demnächst auch als Video geben soll.

Doch Construktiv wurde von der Video-Plattform Youtube informiert, dass ihr Film vom Netz genommen wurde – wegen Intervention der Deutschen Fußball Liga (DFL). „Wir haben 400 rechtlich zu beanstandete Videos auf Youtube gefunden“, erklärt Liga-Sprecher Tom Bender.

Auch von Fanfaktor: Die Macher hatten mit einem Videohandy im Fanblock gefilmt und das nicht mal 30 Sekunden dauernde Ergebnis auf Youtube gestellt. Selbst diese Wackelbilder, auf denen keine Spielszene zu erkennen ist, mag die DFL im Sinne ihrer Rechtepartner nicht gelten lassen. Und somit gelten die Fanfaktor-Macher als potenzielle Rechteverletzer bei Youtube. „Das man nicht mal aus der Fankurve filmen darf, wusste ich nicht. Schließlich gibt es ganze Internet-Seiten, die nur Fanbilder zeigen“, sagt Fanfaktor-Co-Produzent Björn Hornemann.

Erst der Kauf von Youtube durch Google scheint deutsche TV-Rechteinhaber auf die Begeisterung von Internet-Nutzern für Bewegtbilder aufmerksam gemacht zu haben. Und so weidet sich die Internet-Szene fast täglich an neuen Fällen, bei denen Internet-David gegen Offline-Goliath um Bildrechte kämpft.

Dabei lassen sich Fans mit Bewegtbildern auch gewinnen – wie die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) beweist. Ohne großes Theater startete sie kürzlich ihr Online-TV-Angebot. Zwei Tage nach jedem Spieltag gibt es die Tore von der Hälfte der Spiele zu sehen. „Am Ende der Saison haben wir auf 50 000 Abrufe pro Woche gehofft – aber die haben wir schon seit dem ersten Spieltag“, freut sich DEL-Chef Gernot Tripcke.

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