Bastian Schweinsteiger
Verloren auf der Suche nach Anerkennung

Bastian Schweinsteiger wurde zuletzt nur noch auf dem Boulevard auffällig. Heute im Viertelfinale gegen Portugal darf er endlich wieder auf den Fußballplatz. Bundestrainer Joachim Löw hatte ihm überraschend früh einen Einsatz in der Startelf in Aussicht gestellt, eine Maßnahme die Löws Hang zur Sommermärchen-Folklore abermals belegt.

TENERO. Gestern war er der Erste beim Abschlusstraining. Zehn Minuten vor den Kollegen stand Bastian Schweinsteiger auf dem saftigen Rasen des Centro Sportivo von Tenero. Er nestelte die Bälle aus dem Netz und dehnte ein paar seiner Muskeln. Zeit dafür hatte er, schließlich war er schon vor dem Mannschaftsbus in einem der Geländefahrzeuge des DFB-Partners gekommen. Denn zum ersten Mal, seit die "Operation Gipfelsturm" begann, musste er der Presse Audienz gewähren.

Dabei hatte er die DFB-Mediendompteure eigentlich gebeten, während dieser EM nicht auf der Pressekonferenz erscheinen zu müssen. Das seien ja alles Amateure, die eh keine Ahnung von Fußball hätten, hatte er noch vor Tagen gesagt. Gestern musste er dann aber doch.

Denn ausgerechnet Schweinsteiger soll dafür sorgen, dass den Deutschen gegen Portugal, das für ihn "die stärkste Mannschaft dieser EM" sei, der Einzug ins Halbfinale gelingt. Bundestrainer Joachim Löw hatte ihm überraschend früh einen Einsatz in der Startelf in Aussicht gestellt, eine Maßnahme die Löws Hang zur Sommermärchen-Folklore abermals belegt. Denn es war Schweinsteiger, der beim letzten Duell gegen die Iberer, im Spiel um Platz drei in Stuttgart 2006 mit zwei Toren dafür sorgte, dass Deutschland mit 3:1 gewann. Mit zwei fast identischen Toren aus 30 Metern gegen Ricardo, der noch immer das Tor der Portugiesen hütet. Und weil ihm das im Trikot von Bayern München drei Monate später in der Champions League gegen Ricardos damaligen Arbeitgeber Sporting Lissabon noch einmal gelang, hat Schweinsteiger jetzt seinen Stammplatz wieder.

Den hatte er bislang nur im Mannschaftsbus - vorletzte Reihe, rechte Seite am Gang. Dorthin hat er sich in den Tagen dieser EM oft verkrochen, während sich die Kollegen nach den Partien in der Mixed Zone über das deutsche Spiel ausließen. Gegen Polen und Kroatien saß Schweinsteiger nur auf der Bank, und es sah schon so aus, als ob seine schlechte Saison - beim FC Bayern stand er 34 Spielen nur 21 Mal in der Startelf - bei der Europameisterschaft ihren traurigen Höhepunkt erreichen solle. Erst Recht, nachdem er, eingewechselt gegen Kroatien, in der Nachspielzeit Jerko Leko von sich schubste und deshalb vom Platz flog.

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